15.11.2017 09:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
«Pilz-Pastor» vor Gericht
Elf Jahre lang ermittelte die Berner Justiz gegen einen Guru, der vom Schwarzenburgerland aus einen schwungvollen Handel mit berauschenden Pilzen betrieb. Nun steht der selbsternannte Pastor der «Kirche der Heiligen Pilze» seit Mittwochmorgen in Bern vor Gericht.

Trotz langjähriger Ermittlungen sieht sich der Angeschuldigte am Mittwoch lediglich einer Einzelrichterin gegenüber. Diese kann maximal eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängen.

2006 durchsuchte die Polizei das abgelegene Hotel in der Gegend von Rüschegg, wo sich der «Pilz-Pastor» mit seiner Jüngerschaft der bewusstseinserweiternden Wirkung psilocybinhaltiger Pilze hingab und diese als Sakrament gegen eine Spende auch vertrieb. Die Handschellen klickten und der damals 36-jährige Guru schmorte über ein Jahr in Untersuchungshaft.

Anders als Drogendealer agierte der Mann nicht im Versteckten. Die «Zauberpilze», die er vertrieb, waren bis nach der Jahrtausendwende legal erhältlich. Wer sie einnimmt, erlebt eine Art LSD-Trip.

Bekannter Anwalt

2002 untersagte die Heilmittelbehörde Swissmedic Konsum und Handel der «Zauberpilze».

Verteidigt wird der «Pilz-Pastor» vom Zürcher Anwalt Bernard Rambert. Der kantige Jurist hat in seiner langen Karriere auch schon RAF-Terroristen oder den Ausbrecherkönig Walter Stürm vor Gericht vertreten.

Und Rambert nimmt auch im Fall des selbsternannten Pastors kein Blatt vor den Mund. In der «NZZ am Sonntag» sprach Rambert von einem «Supergau für die bernische Justiz». Eine übereifrige Staatsanwältin und ein übereifriger Polizist hätten sich verrannt. Die Ermittler hätten gegen 100 Personen vernommen, weil sie meinten, ihnen sei ein dicker Fisch ins Netz gegangen.

 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE