12.08.2017 15:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tessin
Dok «Mrs. Fang» gewinnt Filmfestival
Der Goldene Leopard des 70. Filmfestivals Locarno geht an den Dokumentarfilm «Mrs. Fang» des Chinesen Wang Bing. Der Regisseur zeichnet in seinem Werk die letzten Tage einer chinesischen Bäuerin auf, die an Alzheimer leidet.

Der Wettbewerb war stark, die Spannung dementsprechend gross - und die Überraschung noch grösser: Der Goldene Leopard des 70. Filmfestivals in Locarno geht an den Dokumentarfilm «Mrs. Fang» des Chinesen Wang Bing.

In «Mrs. Fang» schaut man einer alten Frau beim Sterben zu. Mit Voyeurismus hat das nichts zu tun. Nüchtern erzählt Bing die Geschichte von Fang Xiuying, einer ehemaligen Bäuerin, die acht Jahre lang an Alzheimer litt. Nachdem ein Aufenthalt in einem Heim keine Besserung brachte, holte die Familie Fang zurück in die Wohnung, wo sie schliesslich 2016 starb.

Grosse Überraschung

Auch wenn Bing, der im vergangenen Jahr noch selber in der Locarno-Jury sass, zu den wichtigsten Dokumentarfilmern Chinas gehört, hatten ihn die wenigsten Filmkritiker auf dem Radar. Dementsprechend gross war die Überraschung am Samstagnachmittag, als Jurypräsident Olivier Assayas vor den Medien den Preisträger verkündete.

Der Goldene Leopard für die beste Darstellerin geht an die Französin Isabelle Huppert, die im Spielfilm «Madame Hyde» eine verschrobene Lehrerin spielt. Der Preis für den besten Darsteller geht - entgegen der Erwartungen vieler - nicht an den 91-jährigen Harry Dean Stanton («Lucky»), sondern an Elliott Crosset Hove für seine Darstellung in «Winter Brothers».

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