18.07.2019 11:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
TV
«Würde es jederzeit wieder tun»
Erich aus dem Kanton Luzern hat zwei gescheiterte Beziehungen hinter sich. Dann lernte er bei «Bauer, ledig, sucht» Christina kennen. Jetzt sind sie zusammen. Dabei wollten beide eigentlich nicht bei der Sendung mitmachen.

«Hat sie angerufen?», das fragt Erichs Kollege, als sie gerade beim Ballenpressen sind. «Wer?» «Die von ‹Bauer, ledig, sucht›» «Was, wieso?» Der Kollege lacht. «Wir haben dich angemeldet.» Stille.

«Bereue nichts» 

Bis Erich reagiert dauert es einen Moment. Schliesslich lacht auch er. Und er entscheidet sich, mitzumachen. Nach der unschönen Scheidung von seiner Frau hatte er eine weitere schwere Trennung zu verarbeiten. Deshalb ist er der Meinung, dass er nichts mehr zu verlieren hat. «Jetzt bereue ich nicht, dass ich mitgemacht habe. Ich würde es jederzeit wieder tun.»

Erich sitzt auf einem langen Ecksofa in seinem Wohnzimmer auf dem Bauernbetrieb: unter den Füssen Spannteppich, gegenüber ein Fernseher auf einer Kommode. Dann lacht er. «Also ja – nein – natürlich würde ich jetzt nicht mehr mitmachen.» Er schaut zur Seite. «Ich weiss, wie dus meinst». Christina streichelt ihm über den Rücken und lächelt. Seit letztem August – seit der Woche, in der Christina zum ersten Mal bei Erich war und  «Bauer, ledig, sucht» gedreht wurde, – ist sie fast jedes Wochenende bei ihm.


Tochter meldet Mutter an

Auch sie hat eine gescheiterte Ehe hinter sich. Sie und ihr Mann haben sich auseinandergelebt und sich dann scheiden lassen. Obwohl sie viele gute Jahre gehabt und zwei «wunderbare Kinder» haben, wie sie sagt. Eines dieser Kinder hat sie denn auch bei «Bauer, ledig, sucht» angemeldet. «Ich habe den Anmeldeaufruf von Erich auf Facebook gesehen und meiner Tochter gesagt, dass er mir gefällt», erzählt Christina.

Die Tochter habe nicht lang gezögert und sie angemeldet, obwohl die Mutter gar nicht ins Fernsehen wollte. «Als mir die von 3plus sagten, ich sei dabei, wollte ich einen Rückzieher machen.» Schliesslich habe sie sich doch durchgerungen. Einige Zeit später stand sie auf einer Strasse im Kanton Luzern. Sie wartete. Mit feuchten Händen und schnellem Atem. Da kam plötzlich ein Mähdrescher daher. Natürlich war Erich der Chauffeur. Mit klopfendem Herzen fuhr er auf sie zu. «Es war ein sehr spezieller Moment. Und ich hatte Angst, dass sie mir nicht gefallen könnte.» Dem war aber nicht so. Sie waren einander sofort sympathisch.

Manchmal sehr direkt

Während der Hofwoche hatten sie in den Drehpausen Zeit, einander kennenzulernen. Sie machten Spaziergänge und unterhielten sich. Der Dreh sei dagegen ziemlich intensiv gewesen. Trotzdem aber eine interessante Erfahrung, sagen beide. Mittlerweile hat sich Christina bei Erich eingelebt. Sie ist zwar unter der Woche vorerst zu Hause im Kanton Aargau. Dort arbeitet sie als Fachangestellte Gesundheit. «Das war gerade am Anfang nicht schlecht», sagt sie.

Sie hätte die Zeit daheim genutzt, um sich Gedanken zu machen und über bestimmte Dinge ins Klare zu kommen. An Erichs direkte Art musste sie sich zum Beispiel zunächst gewöhnen. «Mein Ex-Mann und seine Familie waren alle sehr sanft und diplomatisch. Erich dagegen wählt manchmal ziemlich deftige Worte», sagt sie. Dann lächelt sie.

«Vermiete mich selbst»


«Jetzt sage ich aber nichts Schlechtes mehr», «I wüu dr de», Erich hebt drohend den Zeigefinger, lacht und streichelt ihr den Rücken. Und Christina ergänzt: «Eigentlich gefällt mir ja gerade seine direkte und bodenständige Art. Ich bin auch eher so aufgewachsen. Deshalb fühlt es sich mit ihm so an, als könnte ich wieder ich selbst sein.» Sie ist entschlossen, in einiger Zeit zu ihm zu ziehen. Sie ist gern in der Natur und nicht abgeneigt, auf dem Hof hin und wieder mitzuarbeiten. Sehr viel zu tun gibt es für sie aber nicht.

Erich hat seinen Betrieb vor fünf Jahren einem seiner drei Kinder übergeben. Als gelernter Sanitär und Landwirt ist er jetzt selbstständig und führt Aufträge aus, wann immer es ihn braucht. «Ich vermiete mich selbst», sagt er. So auch  seinen Sohn, der auf dem Betrieb 35 Stück Weidebeef, rund 200 Mastschweine und 12'000 Poulets hat und neben den 16 eigenen noch 5 gepachtete Hektaren bewirtschaftet.

Freuen sich aufs Wochenende


Erich würde sich freuen, wenn Christina zu ihm käme. Gerade weil er bei ihr nicht das Gefühl hat, er müsse sie durchfüttern. «Sie hat ihr Leben im Griff», sagt er. Und auch sonst sei es schön mit ihr. «Früher kam ich am Abend heim und fühlte mich sehr allein. Jetzt kann ich an sie denken, mit ihr telefonieren und mich aufs Wochenende freuen», sagt er.

Es scheint, als würden die beiden wirklich Freude haben, dass sie bei der Sendung mitgemacht haben. Wahrscheinlich würden sie es wieder tun – oder eben gerade nicht.  

Melden Sie sich

Am Donnerstag startete «Bauer, ledig, sucht» in die 15. Staffel. Noch immer sucht der Sender 3plus Bauern/Bäuerinnen und Hofdamen/Hofherren, die sich verlieben möchten. Sind Sie als Bauer oder Bäuerin auf der Suche nach der grossen Liebe? Oder interessieren Sie sich für einen bestimmten Bauern/eine bestimmte Bäuerin? Melden Sie sich an unter: www.3plus.tv/bauerledigsucht/anmeldung. jul

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