27.11.2017 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Zehntausende strömen an Zibelemärit
Bei winterlicher Kälte hat am frühen Montagmorgen in der Berner Innenstadt der traditionsreiche Zibelemärit begonnen. Bis am Nachmittag werden zum jährlichen Volksfest Zehntausende von Besuchern erwartet.

Trotz frostiger Temperaturen rund um den Gefrierpunkt strömten am frühen Morgen Tausende in die Gassen der oberen Berner Altstadt. Bis zum Eintreffen zahlreicher Extrazüge und über 100 Reisecars aus dem In- und Ausland schlenderten zunächst vor allem Einheimische den insgesamt über 650 Marktständen entlang.

Hauptattraktion sind die kunstvoll geflochtenen Zwiebelzöpfe in allen Variationen, Grössen und Formen. Dieses Jahr boten die Bauern an 170 Ständen die stattliche Menge von knapp 57 Tonnen Zwiebeln zum Verkauf an - etwa gleichviel wie letztes Jahr. Die Rekordmarke aus dem Jahre 2014 mit fast 60 Tonnen wurde aber nicht geknackt, wie die Stadt Bern mitteilte.

Nicht mehr nur Gemüsemarkt

Nebst den Zwiebelzöpfen boten die Marktfahrer auch Kunsthandwerk und Ess- und Trinkbares feil. Viele Marktbesucher wärmten sich die kalten Hände an einem dampfenden Glühwein und assen dazu den obligaten Zwiebelkuchen oder ein Chnoblibrot. Schon vor der legendären Konfettischlacht vom Nachmittag warfen Kinder die bunten Papierschnitzel in die Menge - akkustisch begleitet vom Quietschen der Plastikhämmerchen, mit denen die Köpfe der Passanten anvisiert werden.

Die Polizei sicherte erstmals die Zufahrten zu den Gassen mit Betonpollern und Fahrzeugen ab. Auch wurden Notausgänge signalisiert, damit die Menschenmassen in brenzligen Situationen schneller aus den Gassen wegkommen. Damit setzte die Stadt Bern auch am Zibelemärit das bereits im Sommer verschärfte Sicherheitskonzept für Grossanlässe um.

Geht auf das 19. Jahrhundert zurück

Der Zibelemärit geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Bauersfrauen aus dem Seeland mit Zwiebeln auf der Martinimesse in Bern auftauchten. Die «Wistenlacher Wybli», wie die Frauen aus dem Gebiet rund um den Mont Vully genannt wurden, waren nicht nur wegen der schön geflochtenen Zwiebelzöpfe, sondern auch wegen ihrer lebhaften Art gerne gesehen.

Seit 2011 fungiert der Zibelemärit auf der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz - zusammen mit Anlässen wie der Basler Fasnacht, dem Engadiner Chalandamarz und dem Zürcher Sechseläuten.

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