26.03.2013 15:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Winter
Winter hält Schweiz fest im Griff - Schnee auch an Ostern möglich
Wann kommt der Frühling? Nur wenige Fragen treiben derzeit die Gemüter in der Schweiz stärker um als diese. Am Dienstag, sechs Tage nach dem astronomischen Frühlingsbeginn, herrschte im Mittelland starkes Schneetreiben. Auch an Ostern könnte es schneien.

«In der Stadt Winterthur fielen allein am Dienstagvormittag  sieben Zentimeter Neuschnee», sagt Joachim Schug vom Wetterdienst  Meteomedia. «Für diese Jahreszeit ist das aussergewöhnlich.»

Auch Bern verzeichnte am Dienstag zeitweise heftige Schneefälle.  Zwar bogen sich die Äste unter der nassweissen Last; auf den  Strassen liegen blieb das weisse Pulver in der Bundeshauptstadt  jedoch nicht.

Schneien könnte es möglicherweise auch am bevorstehenden  Feiertagswochenende. «An Karfreitag und Ostersonntag dürften jeweils  am Vormittag einzelne Schneeflocken bis ins Mittelland fallen», sagt  dazu Thomas Jordi von MeteoSchweiz. Die Schneefallgrenze werde am  Freitag bei 500 bis 600 Metern und am Sonntag bei 400 Metern über  Meer liegen, so der Wetterspezialist.

Osterschnee in den letzten Jahren häufig der Fall

Schnee an Ostern - das war in jüngster Zeit ein relativ häufiges  Phänomen. Verstärkt wird die Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr  dadurch, dass die Ostertage sehr früh zu liegen kommen. Im  vergangenen Jahr sorgte ein Kälteeinbruch am Ostersonntag (8. April)  dafür, dass es bis auf 500 Meter hinunter schneite und in der  Ostschweiz bis zu 20 Zentimeter Neuschnee haften blieb.

Auch 2010, 2008 und 2004 kam es zu Wintereinbrüchen an Ostern,  wie MeteoSchweiz nach dem Vergleich seiner langjährigen Wetterdaten  weiss. Geht man weiter in der Vergangenheit zurück, so findet sich  erst im Jahr 1983 wieder ein Osterfest mit Schneetreiben.

Aktuelle Kaltluft kommt aus der Arktis und Sibirien

«Grund für die aktuell vorherrschenden kühlen Temperaturen ist  eine Nordostlage, die kontinentale Kaltluft aus der Arktis und  Sibirien nach Westeuropa bringt», erklärt Jordi von MeteoSchweiz.  Russische Wissenschafter hätten in einer Studie jüngst darauf  aufmerksam gemacht, dass solche Wetterlagen wegen der fehlenden  Eisdecke in der arktischen Barentsee künftig häufiger auftreten  könnten.

Die diesjährigen Wetterkapriolen wie Frühlingswetter an  Weihnachten und Winterwetter an Ostern wären dann also keine  Seltenheit mehr. Und auch SRF Meteos vorweihnachtliche Prognose, der  Weihnachtsmann werde angesichts der Temperaturen von bis zu 20 Grad  in diesem Jahr mit dem Osterhasen den Job tauschen, könnte fortan  häufiger ins Schwarze treffen als den Schweizerinnen und Schweizern  lieb ist.

St. Galler müssen Leuchtstifte in die Hände nehmen

Ob es an den diesjährigen Ostertagen aber wirklich schneit, ist  laut der aktuellen Prognose von SRF Meteo noch nicht sicher.  «Möglich wären Schneeflocken im Mittelland am ehesten am  Karfreitagmorgen und am Ostersonntag», sagt Claudia Stocker vom  Wetterdienst des Schweizer Radio und Fernsehens und bestätigt damit  die Prognose von MeteoSchweiz.

Joachim Schug von Meteomedia zeigt sich jedoch skeptisch: Für die  meisten Schweizer Städte werde die Schneefallgrenze an den  Ostertagen zu hoch liegen, nämlich zwischen 600 bis 700 Metern.  Daher müssten im Mittelland wenn überhaupt einzig die Einwohner des  auf 675 Meter über Meer gelegenen St. Gallen «ihre Ostereier mit  Leuchtstift anmalen». Egal welcher Wetterdienst betreffend Schnee an Ostern Recht  behält, in einem sind sich alle drei einig: Der Frühling ist noch  weit und breit nicht in Sicht.

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