15.06.2016 17:34
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wetter
Wieder viel Regen
Das Regenwetter wird am Donnerstag mit voller Wucht zurückkehren. In Alpengebiet und im Tessin wird massiven Regenmengen gerechnet. Es drohen Hochwasser und Überschwemmungen. Trockenes Wetter ist vorderhand nicht zu erwarten.

Seit Wochen ist das Wetter in der Schweiz zu nass. Das viele Nass führt zu Problemen in der Landwirtschaft. Beerenproduzenten klagen über faule Früchte, die Mehrarbeit verursachen und Einkommenseinbussen verursachen.

Landwirtschaft leidet

Auch Kartoffelproduzenten haben mit der Witterung zu kämpfen. Schon heute steht fest, dass die Ernte unterdurchschnittlich ausfallen wird. Auf grossen Flächen liegen die Kartoffeln im Wasser, sie keimen nicht mehr. Wo sie aufgelaufen sind, geht das Wachstum nicht voran. Der Krankheitsdruck ist gross, Pflanzenschutzmassanahmen sind nur selten möglich.

Probleme gibt es auch beim Mais. Spät gesäte Körner laufen nur langsam auf. Die Pflanzen sind gestresst und sehr anfällig auf Schneckenschäden. Auch beim Weizen nimmt der Krankheitsdruck zu. Beim Gemüse gibt es Probleme beim Salat und den Zucchetti. Die Felder zu nass sind, können sie nicht mit Traktoren befahren werden. Setzlinge können nicht gesetzt werden und Schädlinge breiten sich rascher aus. An das Heuen oder Emden ist derzeit überhaupt nicht zu denken.

Ergiebiger Regen

Die Bauern wären also dringend auf Ende der Regenperiode angewiesen. Am Mittwoch lugte kurz die Sonne hervor. Doch bald ergiessen sich wieder grössere Mengen Nass über die Felder. Am Donnerstag wird es regnerisch. Am Morgen fällt vor allem entlang des Juras und auf der Alpensüdseite Niederschlag. Im Mittelland wechseln Regen und trockene Intervalle ab.

„Am Nachmittag nehmen Intensität und Ergiebigkeit des Regens zu. Die höchsten Niederschlagssummen werden vom westlichen Tessin über das Bündner Oberland bis zum Walensee erwartet“, erklärt Marc-Olivier Schmid, Prognostiker von Meteotest, gegenüber schweizerbauer.ch.

Im Tessin dürfte am meisten Regen zu fallen, dort können maximale Niederschlagssummen von gegen 200 mm (Maggiatal) erreicht werden. In den Hauptniederschlagsgebieten auf der Alpennordseite werden knapp 100mm erwartet, lokal auch etwas mehr. In den übrigen Gebieten dürften 20 und 50mm Niederschlag fallen. In der Nacht auf Freitag werden die Niederschläge nachlassen.

Lage verschärft sich

In den vergangenen Wochen haben die Niederschläge die Böden gesättigt. Bei Starkniederschlägen wirken diesen als Puffer. Diese Funktion dürften sie am Donnerstag nicht mehr einnehmen können. „Die bereits angespannte Situation bezüglich Hochwasser und Hanginstabilitäten wird sich durch die Starkniederschläge von Donnerstag noch verstärken“, betont Schmid. Besonders betroffen dürften die Hauptniederschlagsgebiete im Norden sein.

Kein Heuwetter in Sicht

Gibt es Hoffnung, dass sich das Wetter bessert? Am Freitag setzt sich das wechselhafte Wetter fort. Für kommende Woche macht Marc-Oliver Schmid wenig Hoffnung. „Es wird zwar etwas wärmer werden, der grundlegende Wettercharakter ändert sich aber nicht. Eine sommerliche Hochdruckphase mit sonnigem und trockenem Wetter (Heuwetter) ist im Moment leider nicht in Sicht.“

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Weshalb ist es so regnerisch?

„Dies lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen, sondern ist ein Ergebnis von einer Abfolge niederschlagsreicher Wetterlagen“, so Schmid. Solche Wetterlagen werden normalerweise von trockenen und sonnigen Hochdruckphasen unterbrochen. Im Juni sei dies bis anhin nur letzten Freitag der Fall gewesen, so Schmid. Entsprechend präsentieren sich die Niederschlagsmengen und Sonnenstunden teils über- respektive unterdurchschnittlich. Auf der Alpennordseite sind die Regenmengen über der Mittel, in den Alpen und im Süden noch leicht unterdurchschnittlich. Dieses Minus wird nun ausgeglichen.

 

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