24.02.2019 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/jgr/blu
Bern
Werkstätte im Grünen: Widerstand
Die BLS plant, im Jahr 2023 mit dem Bau ihrer neuen Werkstätte im Westen von Bern zu beginnen (der «Schweizer Bauer» berichtete). Doch dieser Zeitplan scheint optimistisch zu sein. Doch es zeichnet sich nach wie vor Widerstand ab.

In einer Medienmitteilung meldet sich die IG Riedbach zu Wort: Der Bundesrat habe entschieden, Chliforst Nord im Sachplan Verkehr als Standort für die neue BLS-Werkstätte festzusetzen. Der Entscheid missachte das Raumplanungsgesetz, welches eine Siedlungsentwicklung nach innen fordere. Das müsse  auch für Infrastrukturprojekte wie für die BLS-Werkstatt gelten. 

Zerstörung intakter Landschaft


Die Zerstörung einer intakten Grünfläche, welche der Bevölkerung als Naherholungsgebiet diene, scheine für die Behörden die einfachere Lösung zu sein, als von der BLS eine Zusammenarbeit mit der SBB zu fordern, heisst es weiter. Heutige Werkstattstandorte wie Oberburg und Biel, welche im Perimeter der S-Bahn Bern liegen, seien beim Sachplanentscheid nicht miteinbezogen worden.

Andere Alternativstandorte in bereits überbauten Gebieten, wie zum Beispiel in Thun, seien vom Bund nicht geprüft worden. Daniel Lehmann, Landwirt, Anwalt und Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Riedbach, sagt: «Wir gehen bis vor Bundesgericht.»  

BLS muss Wald roden

In der geplanten Werkstätte werden rund 110 Mitarbeiter den täglichen Unterhalt der BLS-Züge vornehmen. Die BLS als Betreiberin der S-Bahn Bern will deshalb die Werkstätte in der Nähe der Stadt bauen. Die Baukosten werden sich auf 200 bis 300 Millionen Franken belaufen. Das Areal liegt auf Stadtberner Gemeindegebiet, rund einen Kilometer vom Bahnhof Riedbach entfernt. Der Standort ist umstritten, weil für den Bau der Anlage insgesamt 14 Hektaren Landwirtschaftsland und Waldfläche beansprucht wird.

Aus Sicht der BLS berücksichtigt das Siegerprojekt insbesondere auch die umgebende Landschaft und bezieht diese ein, wie BLS-CEO Bernard Guillelmon vor den Medien ausführte. Auch für die Bevölkerung könnten Mehrwerte geschaffen werden, etwa in Form eines Wanderwegs oder offen fliessender Gewässer.

Die Fassade der Werkstätte entsteht aus grün lasiertem Schweizer Holz. Durch die Dachbegrünung mit heimischen Pflanzen soll Regenwasser gespeichert werden können. Geplant ist, das Wasser entweder für die Waschanlage der Züge zu nutzen oder es in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen. Die BLS hält trotz Widerstand an ihrem Projekt fest und will 2023 mit dem Bau beginnen.

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