17.10.2018 14:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Wehmütigkeit kehrt ein
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

In der letzten Ferienwoche verbrachte ich viel Zeit im Schulhaus. Ich habe diese Arbeit immer auf die Regentage hinausgeschoben. Doch vergebens: Nun sass ich bei herrlichem Wetter im Klassenzimmer und erarbeitete Vorlagen für das bevorstehende Projekt im NMG, Natur Mensch Gesellschaft. Wir thematisieren die Hochkulturen.

Viel Selbstbestimmung durch die Schüler/innen 

Für die Schüler ist es die erste Arbeit in dieser Form, denn sie schreiben den Projektplan und die Beurteilungskriterien selber. Zudem können sie auch bestimmen, welches Produkt sie schlussendlich herstellen wollen und wie es präsentiert werden soll. 

Ich habe dabei an eine traditionelle Präsentation, an einen Prospekt, Wissenskarten, eine Degustation, eine Art Museum oder ähnliches gedacht. Natürlich wäre es schon, wenn die Jugendlichen eigene Ideen einbringen. Ich bin gespannt!

Letztes Jahr als Nachholbildnerin


Auch als Schülerin sass ich am Freitag am Inforama Hondrich im Schulzimmer. Das letzte Jahr der Nachholbildung hat nun so richtig begonnen. Die ersten Leistungsnachweise stehen bevor und es wird oft von den Abschlussprüfungen gesprochen. 

Für mich sind die noch weit weg. Zuerst kommt nun die kalte Jahreszeit. Prüfungsstress werde ich wohl erst haben, wenn wir die Pfidertschegg für den Sommer vorbereiten und viele Arbeiten gleichzeitig erledigt werden sollten. 

Bauarbeiten verlaufen nach Plan

Wegen des schönen Wetters will ich mich nicht beklagen, im Gegenteil. Ich geniesse es in vollen Zügen und fühle mich fit und munter. Beispielsweise am Mittwoch ist jeweils Bausitzung von der neuen Strasse auf die Pfidertschegg. Bereits um neun Uhr schien die Sonne wohlig warm und wir konnten das Nebelmeer bestaunen. So macht eine Sitzung Spass, besonders auch, weil das Bauvorhaben weiter nach Plan verläuft und die Arbeiten gut vorangeschritten sind. 

Momentan sind sie am Fertigstellen der Sickerleitungen. Anschliessend werden die letzten rund 400 Meter über die Egg zur Hütte gebaut, der Platz bei der Hütte gemacht. Wenn alles nach Plan verläuft, kann in rund drei bis vier Wochen der Winter kommen. Denn da wird der Rohbau fertig sein, die Feinarbeiten werden im Frühjahr erledigt.

Alp wird wintertauglich gemacht

Am Samstag ging ich gemeinsam mit dem Schnupperlehrling und Töbu auf die Pfidertschegg, um die Alp wintertauglich zu machen. In der Hütte sortiere ich alle Lebensmittel aus, die vor dem nächsten Sommer gegessen werden sollten. Die Männer reissen die Pfähle rund um die Hütte und Ställe aus, denn bei der Sanierung der Strasse werden sie im Weg stehen. Zudem werden die Brunnen und sämtliches Werkzeug in den Stall gebracht.

Besonders wichtig ist das Entleeren von allen Wasserleitungen in der Hütte, so dass kein Frostschaden entstehen kann. Nun muss noch ein Zaun abgelegt werden, die Melkanlage in Planen verhüllt, um sie vor Wind und Wetter zu schützen und die Ställe verschraubt werden. Dann kann auch hier der Winter kommen.

Wehmütig

Diese Arbeiten stimmen mich immer wieder wehmütig. Zum einen bin ich dankbar, dass wir einen so guten Sommer erleben durften, wo Mensch und Tier gesund und munter nach Fahrni zügelten und wir genügend Futter konservierten. Zum andern bin ich etwas traurig, weil schon wieder ein Jahr vorbei ist, die Tage kürzer werden und mein Lieblingsort bis im Frühjahr kaum zugänglich ist.

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