15.12.2014 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch -
Wetter
Warme Atlantik-Strömung stabiler als angenommen
Die nordatlantische Ozeanzirkulation, zu der auch der Golfstrom gehört, bringt warmes Wasser und damit mildes Klima weit in den Norden. Bräche sie zusammen, würde sich Europa drastisch abkühlen. Nun geben Forscher teilweise Entwarnung: Die Zirkulation blieb während der letzten 140'000 Jahre grösstenteils stabil.

Berner und Zürcher Forschern haben gemeinsam mit deutschen und amerikanischen Kollegen im Fachjournal «Nature» einen Bohrkern vom atlantischen Meeresboden analysiert, der bis zu 140'000 Jahre alte Sedimente enthielt. «Die Strömung war in dieser Zeit bemerkenswert stabil», schreiben die Wissenschaftler nun im Fachjournal «Nature».

Warme Strömung kollabiert

Nur während kurzer Extremphasen der letzten Eiszeiten sei sie schwächer gewesen als heute, schrieb die Universität Bern in einer Mitteilung. Der Wärmetransport schwächte sich demnach nur ab, weil sich bereits sehr grosse Eisschilde gebildet hatten, die weit in den Süden reichten.

Manche Klimaforscher halten das Risiko für real, dass die Nordatlantische Ozeanzirkulation kollabiert, wenn die grönländischen Gletscher aufgrund der aktuellen Klimaerwärmung schmelzen. Doch da diese eiszeitlichen Eisschilde nicht mehr existieren, halten die Forscher dieses Risiko für «gering».

Keine Entwarnung

Völlige Entwarnung wollen sie jedoch nicht geben: Rückschlüsse auf die möglichen Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels liessen sich nur begrenzt ziehen, sagte Mitautorin Evelyn Böhm von der Universität Heidelberg in der Mitteilung. «Denn die heutigen CO2-Emissionen bedeuten einen bis dato nie dagewesenen Eingriff in das Klimasystem.»

An der Studie waren auch Wissenschaftler der ETH Zürich, der Universität Heidelberg und des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel beteiligt.

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