2.02.2013 19:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Winter
Viel Regen und Schnee
In der Schweiz hat es am Freitag und Samstag ausgiebig geregnet und geschneit. In der Nacht sorgten stürmische Winde für ungemütliche Wetterverhältnisse. In der Waadt entgleiste ein Regionalzug, der auf einen aufs Gleis gerutschten Erdhaufen gefahren war.

In der Nacht auf Samstag zog eine Kaltfront in den Alpenraum. Die  Schneefallgrenze sank von 1200 bis 1400 Meter am Freitagabend bis  auf 400 bis 600 Meter, wie Jacques Ambühl, Meteorologe bei  MeteoSchweiz, auf Anfrage sagte.

30 bis 70 Zentimeter Neuschnee

In der Nacht frischte der Wind auf, auch im Flachland massen die  Wetterdienste zum Teil stürmische Böen. In den Bergen wurden gar  Windspitzen in Orkanstärke gemessen, wie der Wetterdienst Meteonews  mitteilte.   Am heftigsten stürmte es mit 142 km/h über dem Diablerets- Gletscher. Auch auf dem Säntis, dem Pilatus und dem Jungraujoch  wurden Windspitzen rund um 130 km/h verzeichnet. Im Flachland blies  der Wind mit 65 bis 85 km/h.

In Lagen auf über 1500 Metern über Meer fielen laut Ambühl 30 bis  70 Zentimeter Neuschnee. Betroffen waren die Zentralschweiz, die  Glarner Alpen und das Alpsteingebiet in der Ostschweiz. Viel Schnee  erhielten das Unterwallis und die Region von Château-d'Oex in den  Waadtländer Alpen.

In den Bergen herrschte erhebliche Lawinengefahr. Das entspricht  der dritthöchsten Stufe der fünfstufigen Skala, wie das Institut für  Schnee- und Lawinenforschung (SLF) meldete. Schon einzelne  Wintersportler können abseits der Pisten Lawinen auslösen.

Verkehrsbehinderungen

Die Folgen des «Hudelwetters» behinderte da und dort den Verkehr:  Wegen eines Erdrutsches entgleisten am Samstagmorgen auf der Linie  Palézieux-Payerne VD zwei Wagen eines Regionalzuges. Die Komposition  fuhr gegen 9 Uhr zwischen Ecublens-Rue und Châtillon auf den  Erdhaufen auf. Laut SBB-Angaben wurde niemand verletzt.

Die 15 Passagiere des stark beschädigten Zuges wurden evakuiert  und per Bus weitertransportiert. Nach Angaben eines SBB-Sprechers  wird es mehrere Tage dauern, bis die Strecke wieder befahrbar ist.  Zwischen Moudon und Palézieux fahren Ersatzbusse. Die SBB empfahl,  mehr Reisezeit einzurechnen.

Über den Oberalppass fuhren wegen heftigen Schneefalls keine  Züge. Die Bahnverbindung vom Wallis über Andermatt UR nach Disentis  GR war den ganzen Samstag unterbrochen.

Fahrt nach Engelberg brauchte Geduld

Geduld brauchten auch Autoreisende, die in den Skiferienort  Engelberg OW wollten. Abgerutschter Schlamm, Holz und Geröll  verschütteten am frühen Samstagmorgen die Zufahrtsstrasse nach  Engelberg teilweise. Die Feuerwehr musste sie mit schwerem Gerät  frei räumen, wie die Nidwaldner Polizei mitteilte.

Wegen des Erdrutsches kam es zu Verkehrsbehinderungen. Weil es in  der Region von Engelberg heftig schneite, musste der Verkehr auf der  Zufahrtsstrasse zudem während rund einer halben Stunde angehalten  werden, damit die Strasse gepfadet werden konnte.

Im Baselbiet rückten wegen des starken Regens in mehreren  Ortschaften die Feuerwehren aus. Sie mussten überschwemmte Keller  auspumpen und Schutzmassnahmen wegen Bächen treffen, die über die  Ufer zu treten drohten. Verletzt wurde niemand, die Höhe der Schäden  lässt sich laut Polizei nicht abschliessend beziffern.

Dem Wetter fielen auch Veranstaltungen zum Opfer: In Grindelwald  BE musste die für Sonntag geplante Velogemel-Weltmeisterschaft 2013  abgesagt werden, wie die Veranstalter mitteilten. Auch am  Internationalen Ballonfestival von Château-d'Oex in der Nähe von  Gstaad BE wurden sämtliche Flüge abgesagt.

www.schweizerbauer.ch/wetter

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