5.03.2014 15:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Verwirrung um Millionen-Goldschatz
Diebesgut oder nicht? Um den Millionen-Goldschatz, den ein Paar kürzlich auf seinem Grundstück in Kalifornien fand, herrscht Verwirrung. Die Zeitung «San Francisco Chronicle» berichtete am Montag, die 1400 Goldmünzen aus dem 19. Jahrhundert stammten womöglich aus der Beute eines Überfalls und müssten zurückgegeben werden.

Die beiden Finder, die in der US-Presse nur John und Mary genannt werden, hatten auf ihrem Grundstück mehr als 1400 wertvolle Münzen in acht rostigen Dosen entdeckt. Experten schätzen den Wert der Goldmünzen aus dem 19. Jahrhundert auf mehr als zehn Millionen Dollar. Es dürfte der wertvollste Schatz sein, der je in den USA gefunden wurde.

Bei Überfall auf Münzamt erbeutet

Laut «San Francisco Chronicle» könnte das Paar seinen Reichtum jedoch bald wieder los sein: Die Zeitung berichtete, möglicherweise handle es sich um die Goldmünzen, die vor mehr als hundert Jahren beim Überfall auf das Münzamt von San Francisco erbeutet wurden. Zum Beleg druckte die Zeitung einen Artikel vom 1. Januar 1900, in dem der Überfall beschrieben wurde. Demnach lag der Nennwert der gestohlenen Münzen damals bei 27'000 Dollar - ähnlich wie beim Fund von John und Mary.

Laut einem Bericht der Internetseite des Senders ABC muss das Münzamt der USA prüfen, ob es sich bei dem Fund um gestohlenen Staatsbesitz handelt - und die beiden etwa 40-jährigen Finder müssten ihren Schatz dann zurückgeben.

Treuhänder widerspricht

Doch das auf Numismatik spezialisierte Unternehmen Kagin's, das als Treuhänder den Schatz über das Internet verkaufen will, hielt dagegen. Es gebe «eine Reihe von Gründen», weshalb ein Zusammenhang zwischen dem Fund und dem Überfall nicht möglich sei, sagte Firmenchef Donald Kagin. So seien beim Raub von San Francisco fünf Stoffbeutel mit 20-Dollar-Goldmünzen gestohlen worden. Der Fund habe aber auch Zehn-Dollar-Münzen und andere Münzen enthalten.

Zudem seien die Münzen aus dem Überfall nagelneu gewesen, während die gefundenen Münzen überwiegend bereits lange Zeit im Umlauf gewesen seien. «Die einzige Parallele ist der ähnliche Nennwert», sagte Kagin, aber es blieben die unterschiedlichen Münzarten. Kagin verwies zudem auf eine E-Mail der US-Münzbehörde in Washington, wonach es keine Informationen über einen Zusammenhang zwischen dem Überfall und dem Fund gebe. Es bleibe bei den Planungen, voraussichtlich im Mai mit dem Verkauf zu beginnen.

Solche Funde wecken Begehrlichkeiten

Kagin sagte, er sei seit 46 Jahren in dem Geschäft und daran gewöhnt, dass nach dem Fund eines Schatzes Ansprüche darauf gemeldet würden. «Dann melden sich Leute, die meinen, er gehöre ihnen oder ihrem Urgrossvater, oder er sei gestohlen.» Kagin's habe den Fall sorgfältig geprüft.

So können die Finder vielleicht weiter das Geld verplanen: Sie wollen damit ihr Anwesen in der Nähe der Stadt Sacramento in Nordkalifornien bezahlen, das sie wegen finanzieller Schwierigkeiten ohne den Goldfund womöglich verlieren würden. Wegen des Goldrauschs im 19. Jahrhundert ist Nordkalifornien für seine verborgenen Schätze bekannt.

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