5.01.2014 11:56
Quelle: schweizerbauer.ch -
USA
USA: Nach Schnee folgt arktische Kälte
Ein eisiger Winter hält weite Teile der USA fest im Griff. Nach den Schneestürmen im Nordosten zum Jahreswechsel kommt jetzt arktische Kälte hinzu. In einigen Regionen werden die tiefsten Temperaturen seit zwei Jahrzehnten erwartet.

Die Kälte wird sich nach Angaben des Wetterdienstes am Sonntag in den grossen Ebenen von North- und South Dakota und durch die Region der Grossen Seen ausbreiten. Die arktische Luft wird Rekord-Minustemperaturen von Montana bis Michigan bringen, die sich bis Dienstag in den Nordosten der USA ausdehnen.

-29 Grad in Chicago

In Chicago werden minus 29 Grad Celsius erwartet und in Pittsburgh minus 24 Grad Celsius. Durch den Wind dürften die gefühlten Temperaturen dem Wetterdienst zufolge sogar bei minus 45 bis minus 51 Grad Celsius liegen. Bei ungeschützter Haut könne es da schon nach fünf Minuten zu Erfrierungen kommen.

Durch den Wintereinbruch wurden bislang 1266 Flüge in den USA gestrichen und 6036 Flüge verschoben. Am schwersten betroffen sind Chicagos O'Hare International Airport und der Newark Liberty International Airport in New Jersey.

Bis 60 Zentimeter Schnee

Die schwierigen Wetterbedingungen sind auch die Ursache für zahlreiche Todesfälle und Hunderte Autounfälle. Berichten zufolge sind als Folge des Schneesturms «Hercules» mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Stellenweise fielen über 60 Zentimeter Neuschnee. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus.

Gemäss den Angaben waren in den USA rund 20 Bundesstaaten von der Kältewelle betroffen. In North Dakota und andere Teile des mittleren Westens hatte der Nationale Wetterdienst für Sonntag Temperaturen von minus 30 Grad vorausgesagt, die gefühlte Temperatur könnte bei starken Windböen sogar auf minus 50 Grad sinken. Bis in den südlichen Bundesstaat Alabama sollte die arktische Kaltfront die Temperaturen unter den Gefrierpunkt drücken.

Auch Teile Kanadas waren von dem Wintereinbruch betroffen. In der Provinz Québec sank die Temperatur am Freitag auf minus 29 Grad.

Hitze in Rio

Während die Menschen im nordamerikanischen Winter froren, stiegen in Teilen Südamerikas die Sommertemperaturen auf Spitzenwerte. Werte von mehr als 40 Grad lösten in Rio de Janeiro die Feuerlöschanlage eines Einkaufszentrums aus.

Im eleganten Stadtteil Leblon im Süden der brasilianischen Metropole wurden die Besucher eines Shopping-Centers deshalb am Freitag unerwartet von den Sprinklern erfrischt, wie das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Geschäftsführung des Centers berichtete.

Die von der Feuchtigkeit abhängige gefühlte Temperatur sei sogar am Freitag und Samstag auf 50 Grad gestiegen, erklärte eine Chefmeteorologin der Wettervorsage der Zeitung «Jornal do Brasil». In den beiden Flughäfen Rios klagten zahlreiche Reisende, weil die Kühlanlagen nicht richtig funktionierten und nur eine knappe Absenkung der Aussentemperatur um wenige Grad erreichten.

Hochwasser in Grossbritannien erwartet

Auf der südlichen Erdhälfte hat jetzt die heisseste Jahreszeit begonnen, der Sonnenstand im Januar entspricht dem im Juli auf der Nordhalbkugel. Um Weihnachten hatte bereits eine ungewöhnliche Hitzewelle, begleitet von tagelangen Stromausfällen, die Bewohner der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geplagt.

In Grossbritannien stellen sich Teile von Südwestengland und Wales nach heftigen Stürmen auf tagelanges Hochwasser ein. Neue Stürme und Regen seien auf dem Weg, sagte der Wetterdienst am Sonntag voraus. Da die Erde mit Wasser vollgesogen sei, könne der Regen nicht ablaufen. Hochwasserwarnungen galten weiter vor allem für den Südwesten Englands sowie Teile von Wales und Schottland. Dort steht das Wasser mancherorts seit Tagen auf Strassen und Feldern.

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