1.04.2020 12:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Jahrestag
Tröstende Wollschweine in Zürich
Die ernste Lage angesichts des Coronavirus hat Schweizer Medien nicht davon abgehalten, ihre Leserschaft in den April zu schicken. Beliebt waren tierische Themen, um jemandem einen Bären aufzubinden, aber auch die behaarten Köpfe der Mitmenschen kamen nicht ungeschoren davon.

So hat das «Bieler Tagblatt» in seiner 1. April-Ausgabe eine Lösung für alle Frisurgeplagten während der Corona-Krise präsentiert. Damit die Haarpracht wegen der geschlossenen Coiffeursalons nicht einfach ungeschoren davonkommt, biete der Coiffeurverband zusammen mit der Berner Fachhochschule, Abteilung Technik und Informatik, Schablonen an.

Schablonen

Diese können die Kunden bei ihrem Coiffeursalon online für 29 Franken bestellen. Die Schablonen funktionieren ähnlich wie ein Schnittmuster, richtig an den Kopf angelegt, soll der Haarschnitt zu 95 Prozent dem Originalschnitt der Coiffeuse oder des Coiffeurs identisch sein.

Das «Bieler Tagblatt» lässt sogar den Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) reumütig sagen: «hätte ich das doch nur ein paar Tage früher gewusst.» Der Magistrat und passionierte Schafzüchter präsentierte sich jüngst auf Facebook mit Tondeusenfrisur.

Bären einen Bären aufgebunden

Das Coronavirus setze den Berner Bären zu, weiss die «Berner Zeitung» zu berichten. Sie litten unter Touristenentzug und langweilten sich. Die Stadt Bern wolle gegen eine Million Franken aufwenden, um die Bären zu bespassen.

«Wir machen uns ernsthafte Sorgen um unsere Bären», lässt Stadtpräsident Alec von Graffenried ausrichten. «Geht es den Bären schlecht, geht es Bern schlecht». Es soll eine Taskforce eingesetzt werden. Der Plan: Auf grossen Bildschirmen sollen die Bären mit Touristenbildern unterhalten werden. Um Kosten zu senken, sollen die sechs Bildschirme im Weltformat, die derzeit ungenutzt im Marzilibad stehen, in den Bärenpark verfrachtet werden.

Streicheleinheiten im «Home Office»

Von tröstenden Wollschweinen im Wohnzimmer für Menschen in Quarantäne berichtete derweil der «Tages-Anzeiger». Die GZ Zürich Wipkingen habe einen Testversuch gestartet, bei dem es seine Schweine zum Streicheln anbiete. Das Projekt «Mobiler Streichelzoo» laufe in der dritten Woche.

Die Situation in den Home Offices sei schwierig, wird die Leiterin des Kinderbauernhofs Wipkingen zitiert. Ihre Wollschweine sollen in der Krise Hilfe leisten. Informationen können über eine Hotline «Mobiler Streichelzoo» eingeholt werden. Nicht ausgeschlossen, dass es diesen Streichelzoo über den 1. April hinaus tatsächlich gibt.

Der Hirsch kommt in die gute Stube

In Graubünden sollen verschiedene Tierarten mit Sendern ausgestattet werden, damit deren Wanderung und Standorte über eine App (Animal Tracker) verfolgt werden können. Das berichtet die Bündner Ausgabe der «Südostschweiz» mit Berufung auf den kantonalen Jagdinspektor Adrian Arquint. Praktisch wäre das für Jägerinnen und Jäger. Laut Arquint könnten sie von der warmen Stube aus mitverfolgen, wo sich das Wild gerade aufhalte.

Eine spezielle Push-Funktion wäre bei Wölfen vorgesehen. Sie würde ausgelöst, würde sich ein Wolf einem Reh nähern - vorausgesetzt natürlich, das Reh wäre ebenfalls besendert.

Toilettenpapier für Ausserschwyzer

Von einem «glücklichen Zufall in schwierigen Zeiten» weiss der «March Anzeiger» zu berichten. Mehrere Tonnen Toilettenpapier sollen Mitarbeitende bei Aufräumarbeiten in den ehemaligen Gebäuden von Hakle-Kimberly in Reichenburg SZ gefunden haben.

Weil die heutige Eigentümerin der Liegenschaft keinen Bedarf habe, würden die Restbestände des dreilagigen, genoppten WC-Papiers in den Farben weiss, rosa, hellblau und gelb an die Ausserschwyzer Bevölkerung verteilt. Interessenten könnten sich telefonisch melden. Die Hakle-Produktion in Reichenburg wurde 2006 eingestellt.

Landsgemeinde «definitiv» im Herbst

Die Glarner Landsgemeinde findet dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht traditionell im Mai, sondern erst im September statt. Aus der Not will die Glarner Regierung nun eine Tugend machen. Die Landsgemeinde soll in Zukunft immer im Herbst stattfinden, wie die Glarner Ausgabe der «Südostschweiz» berichtete.

Politisch hätte das den Vorteil, dass das Parlament mehr Zeit hätte, um die Geschäfte vorzubereiten. Es gibt auch rein praktische Gründe, die laut Zeitungsangaben für eine Verschiebung sprächen. Im September sei das Wetter sicherer als Anfang Mai. Die Zeitung erinnert an vergangenes Jahr, als die Landsgemeinde im Schneegestöber über die Bühne ging.

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