26.11.2019 10:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Treibhausgase steigen
Die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase in der Atmosphäre nimmt weiter bedrohlich zu. Die CO2-Konzentration sei binnen eines Jahres von 405,5 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) auf 407,8 ppm gestiegen.

Die Konzentration des ebenfalls sehr klimaschädlichen Methans stieg demnach auf Rekord-Niveau und liegt nun um 259 Prozent über dem Niveau der vorindustriellen Zeit, teilte die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf in ihrem jährlichen Treibhausgas-Bulletin mit. Die Entwicklung bedeute, dass künftige Generationen mit ernsten Folgen des Klimawandels wie höheren Temperaturen, mehr Extremwetterereignissen und steigendem Meeresspiegel konfrontiert seien.

«Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung des Trends, geschweige von einem Rückgang der Treibhausgas-Konzentrationen, trotz aller Zusagen im Pariser Klimaabkommen», kritisierte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Die Staaten müssten endlich handeln und ihren Ehrgeiz im Interesse des künftigen Wohlergehens der Menschheit steigern.

Die aktuellen Zusagen der Staatengemeinschaft führten auch mittelfristig nicht zu einer Trendumkehr, hiess es von der WMO weiter. Bis 2030 werde nach bisheriger Prognose der Höhepunkt der Emissionen noch nicht erreicht sein.

NGOs fordern Hilfsprogramme

Eine Woche vor der internationalen Klimakonferenz in Madrid forderten fast hundert Hilfs- und Umweltorganisationen ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA und der EU für die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Weltregionen. 

Gemessen an ihren Treibhausgasemissionen und ihren finanziellen Fähigkeiten sollten die Vereinigten Staaten und die EU gemeinsam für 54 Prozent der Kosten für die Bekämpfung des Klimawandels weltweit aufkommen, erklärten die Organisationen.

Sie forderten die USA und die EU dazu auf, bis 2022 50 Milliarden Dollar für arme Länder zur Verfügung zu stellen, die bereits jetzt mit durch den Klimawandel bedingten häufigen Überflutungen, Dürren und schweren Stürmen zu kämpfen haben. Bis 2030 sollten die jährlichen Hilfen für Entwicklungsstaaten 300 Milliarden Euro im Jahr betragen, forderten die Organisationen weiter.

Das Organisationsbündnis hatte den Anteil von Staaten an der globalen Erderwärmung durch die von ihnen verursachten klimaschädlichen Emissionen seit 1950 sowie ihre finanziellen Möglichkeiten, den Klimawandel zu bekämpfen, analysiert. 

Demnach müssten die USA, die historisch für die meisten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, für 30,4 Prozent der Schadenszahlungen weltweit aufkommen. Weitere 24 Prozent der Kosten sollten demnach von den EU-Staaten gestemmt werden, 10,4 Prozent vom derzeit grössten Emittenten China.

Die Entwicklungsstaaten sind gemäss der Analyse den grössten Risiken durch den Klimawandel ausgesetzt und zugleich finanziell am wenigsten zu dessen Bekämpfung in der Lage. Demnach verursachen die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen, während die ärmsten 50 Prozent lediglich für zehn Prozent der Emissionen verantwortlich sind.

Die Teilnehmerstaaten des Pariser Klimaabkommens wollen in Madrid einen internationalen Mechanismus für die Finanzierung von klimabedingten Entschädigungsansprüchen aushandeln. Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen basiert auf dem Prinzip, dass alle Länder mindestens ihren gerechten Anteil in globale Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel einbringen müssen.

Vom 2. bis 13. Dezember treffen bei der Uno-Klimakonferenz in Madrid Vertreter aus 200 Ländern zusammen. Chile hatte die ursprünglich in dem lateinamerikanischen Land geplante Konferenz Anfang November wegen anhaltender politischer Unruhen abgesagt. Spanien war eingesprungen.

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