17.05.2018 06:32
Quelle: schweizerbauer.ch - dpa/sda
Deutschland
Tornado wütet in Westdeutschland
Dunkle Wolken, Donner, Erde in der Luft, peitschende Böen: Tausende haben im Raum Viersen in Nordrhein-Westfalen eine bedrohliche Erfahrung mit Extremwetter gemacht. Manche stehen nun buchstäblich ohne Dach über dem Kopf da. -> Mit Videos

Der dunkle Wirbelsturm wälzt über Felder hinweg, Bäume brechen um, Dächer werden abgedeckt. Die bedrohliche Szene mit mindestens einem Schwerverletzten spielt nicht in den USA, sondern im Raum Viersen am Niederrhein.

Mann schwer verletzt

Es ist kurz vor 18 Uhr am Mittwochabend, als der Tornado in dem Ortsteil Boisheim auftaucht und in einem schmalen Streifen auch Nachbarortschaften erfasst. Ein 23-Jähriger, der aus seinem Fahrzeug aussteigt, wird durch herabstürzende Äste schwer verletzt. Es gibt auch einen Leichtverletzten.

Aus dem Auto und dem Dachfenster filmen Augenzeugen die mächtige Windhose, die Erde und teilweise auch Hagel durch die Luft wirbelt, wie auf Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen ist. Zahlreiche Bäume stürzen durch die Naturgewalt um. Auf der A61, auf Land- und Kreisstrassen gibt es massive Verkehrsbehinderungen.

Nach fünf Minuten vorbei


Die Bahnstrecke zwischen Venlo und Mönchengladbach muss ebenfalls gesperrt werden, berichtet die Polizei. Zumindest einige Nebenstrassen dürften für eine längere Zeit gesperrt bleiben. Wie hoch der Sachschaden ist, können die Behörden zuerst noch nicht beziffern. Edith Schaul in Viersen-Boisheim steht gerade im Garten, als das Unwetter aufzieht. Erst Wolken, es donnert, dann wird auch Erde aufgewirbelt. Sie sucht schnell Schutz im Haus. „Ruckzuck, in fünf Minuten war es vorbei“, schildert sie wenige Stunden später.

Abgedeckte Dächer an vielen der Häuser, Baumreste und auch ein Wohnwagen, der durch die Luft gewirbelt in Büschen landete, hat die Windhose zurückgelassen. Noch bei Tageslicht machen sich die Feuerwehr, Anwohner und Dachdecker daran, die Schäden zu beseitigen. Mit Besen, Leitern und Werkzeug.

Schneise der Verwüstung


Allein im 2000 Einwohner zählenden Viersen-Boisheim haben nach ersten Schätzungen 40 bis 50 Häuser nun Schäden. Mehrere von ihnen sind nach den Angaben der Stadt sogar so stark beschädigt, dass die Bewohner vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können. Es müssen Notunterkünfte her.

„Eine Windhose hat eine Schneise der Verwüstung durch den Kreis Viersen geschlagen“, berichtet der Kreis zunächst mit Verweis auf die Feuerwehr auf seiner Facebookseite. Es sei aber glücklicherweise örtlich begrenzt nur ein schmaler Streifen, wie sich bei den zahlreichen Einsätzen dann herausgestellt habe. 

Kleines #Unwetter hier im #kreisviersen #tornado #viersen

Gepostet von Car Tech am Mittwoch, 16. Mai 2018
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