30.06.2020 17:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
St. Gallen
Tierquälerei: Landwirt verurteilt
Am Montag musste in Muolen SG ein Landwirt vor dem Kreisgericht St. Gallen antraben. Ihm wurde vorgeworfen, Schweine und Kälber nicht genügend betäubt zu haben. Der Landwirt wurde gebüsst. Zudem wurde eine bedingte Geldstrafe von 50'000 Franken verhängt.

Wie das Radio FM1 berichtete, wird dem Bauer vorgeworfen, die Ferkel bei der Kastration und die Kälber bei der Enthornung zu wenig betäubt zu haben.

«Der Angeklagte hat das Narkosegerät zu wenig lange angesetzt, also nur 70 bis 75 Sekunden. Erforderlich wären aber 90 Sekunden», sagte Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft St.Gallen, Regionalfernsehsender TVO.

Weiter habe der Landwirt eine zu tiefe Narkosegas-Konzentration eingesetzt. Tausende Ferkel hätten so Schmerzen bei der Kastration erlitten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Bauer mehrfache vorsätzliche Tierquälerei vor. Sie forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten.

Der Verteidiger des Landwirts hingegen sagte vor Gericht, es sei unklar, wie viele Tiere tatsächlich betroffen gewesen seien. Ausserdem seien in den Betriebsanleitungen der Geräte andere Angaben vorgefunden worden.

«Die Anzahl, welche von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wurde, basiert auf Schätzungen und Mutmassungen. Wir verlangen deshalb nach dem Grundsatz ‹Im Zweifel für den Angeklagten› einen Freispruch», so der Verteidiger.

Der Kreisgericht sprach den Landwirt schliesslich wegen Tierquälerei schuldig. Es muss eine Busse von 6000 Franken zahlen. Zudem wurde er zu einer bedingten Geldstrafe von 50'000 Franken verurteilt. 

Staatsanwaltschaft wie Verteidigung sind mit dem Urteil zufrieden. Dieses ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

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