19.09.2016 18:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Bern
Sichlete: Bienen waren die «Stars»
Der Berner Bauernverband hat am Montag in der Hauptstadt Bern vor dem Bundeshaus die traditionelle Sichlete mit Alpabzug und viel Politprominenz begangen. Keine Geringere als die höchste Schweizerin sprach am Montag vor dem Bundeshaus zu Bauern und Konsumenten.

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP, BE) lobte auf der einen Seite die Bauern für ihr Engagement: «Ich denke an Leistungen, welche ihr für die Gesellschaft erbringt. Das ist die Landschaftspflege, Offenhaltung der Fläche und das breite Wirken in der Ökologie. Also das Erhalten der Biodiversität, das Tierwohl und das Schonen der natürlichen Ressourcen wie Wasser und Luft. Das sind genau die Leistungen, welche eigentlich keinen Markt haben, aber von der Gesellschaft erwartet werden.»

Gegen «Abschottung»

Auf der anderen Seite brauchte sie auch kritische Worte. «Seid zurückhaltend mit Forderungen an den Staat», mahnte sie. Und fügte an, dass nur eine «innovative und hochwertig produzierende schweizerische Landwirtschaft» langfristig Erfolg haben werde. Auch dürfe man sich «nicht abschotten», sondern müsse «neue Märkte erschliessen».

Hans Jörg Rüegsegger zeigte sich als Präsident der Berner Bauern durchaus gewillt, den Ball zum Dialog mit der Politik aufzunehmen: «Wir wollen nicht nur Heile Welt zeigen. Wir stellen uns auch den kritischen Fragen, welche uns Politik und Gesellschaft stellen.» Dann aber kam Rüegsegger auf den heimlichen Star der heurigen Sichlete zu reden: «Wir würdigen eines der wichtigsten Tiere eine bescheidene Schwerarbeiterin: Die Biene.»

Auch Moderator Christian Graf, der durch den Anlass führte, rief einige imposante Zahlen in Erinnerungen: «Aktuell gibt es 42'452 Bienenvölker imit schätzungsweise 490 Millionen Bienen im Kanton Bern. Diese Bienen produzieren zusammen 259 Tonnen Honig.»

Imker und Bauern

Willy Rolli, Präsident des Verband Bernischer Bienenzüchtervereine (VBBV), bestätigte die Bedeutung der Bienenhaltung im Kanton Bern. Nicht weniger als rund ein Viertel der Schweizer Bienen befänden sich im Kanton Bern. Doch er rief die wechselseitige Abhängigkeit von Bauern und Imkern in Erinnerung: «Imker und Bauern sind aufeinander angewiesen. Miteinander geht alles einfacher.»

Von den ursprünglich rund 600 Bienenarten seien einige ausgestorben und viele bedroht. Sorgen würden ihm der Einsatz von Mähaufbereitern oder das nicht fachgerechte Ausbringen von Pestizid machen. Nach dieser leisen Kritik an den Bauern betonte er aber auch, dass sich die meisten Bauern vorbildlich verhielten. «Die Probleme können wir nur zusammen lösen», schloss er seine Ausführungen.

Abschluss auch der heurigen Sichlete war der Alpabzug, den die Familie Zürcher aus Arni durchführte.

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