19.03.2015 11:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Sechseläuten mit Trachten- und Treichlergruppen
Die Zürcher bleiben am diesjährigen Sechseläuten doch nicht ganz unter sich: Der Gastkanton Zürich stellt seinen Auftritt unter das Motto «Züri mitenand» und präsentiert seine Solidarität mit Bergregionen. Eingeladen sind das Greyerzerland (FR), das Schächental (UR), die Obere Leventina (TI) und das Münstertal (GR).

Der Kanton Zürich zeigt damit sein Engagement für Berggemeinden. Wie das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs (ZZZ) am Donnerstag mitteilte, laufen Trachten- und Treichlergruppen und Vertreter traditioneller Handwerksberufe aus diesen Bergregionen beim Umzug mit. Die eingeladenen Regionen erhalten ausserdem die Möglichkeit, sich auf dem Lindenhof zu präsentieren. Getreu dem Motto «Züri mitenand» präsentiert der Gastkanton zudem diverse Entwicklungsprojekte in Osteuropa, Armenien, Bhutan und Tschechien.

Das Zürcher Frühlingsfest bleibt in diesem Jahr also doch keine rein zürcherische Angelegenheit. Das Verpflegungsangebot beschränkt sich deshalb nicht nur auf Zürcher Geschnetzeltes, sondern wird unter anderem um Urner Chässuppe, Käsefondue und Nusstorte erweitert. Der Kanton Zürich sprang als Gastkanton ein, nachdem Luzern und das Fürstentum Liechtenstein abgesagt hatten - beide aus Kostengründen.

Wie jedes Jahr stehen auch in diesem Jahr wieder viele Prominente aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft auf der Gästeliste: Am Umzug durch die Innenstadt erwartet werden beispielsweise Bundesrat Ueli Maurer, der Einsiedler Abt Urban Federer, Schlagersängerin Francine Jordi und Marathonläufer Viktor Röthlin.

Gar nicht flexibel zeigen sich die Zünfter hingegen bei einem anderen Brauch: dem Fischewerfen, bei dem tote Schwalen und Weissfische ins Publikum geworfen werden. Vergangenes Jahr bezeichnete der Zürcher Tierschutzbund dies als «Affront gegenüber Lebewesen» und forderte einen «ethisch einwandfreien Ersatz».

Die Zuschauer müssen aber auch in diesem Jahr in Deckung gehen. Das ZZZ betont in seinem Magazin, dass man auf diesen Brauch nicht verzichten werde - auch wenn er unseren heutigen Wertvorstellungen nicht vollumfänglich entspreche. Es sei gerade das «archaisch Unbekümmerte», das von vielen Besuchern geschätzt werde.

Das Sechseläuten dauert vom 10. bis 13. April. Der Umzug mit der «Böögg»-Verbrennung findet am 13. April statt.

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