13.07.2018 19:05
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Festivalsommer
Schweizer Fleisch rockt Gurtenvolk
Proviande sucht Kontakt zu den Konsumenten. An sechs Musikfestivals im ganzen Land will die Branchenorganisation das Bewusstsein für den Konsum von Schweizer Fleisch stärken. Gurtenfestival-Besucher geben Auskunft über ihr Kaufverhalten. -> siehe Video

Schweizer Fleisch – der feine Unterschied. Seit 2016 setzt Proviande auf Kultursponsoring. An sechs Musikfestivals in der ganzen Schweiz, schafft Proviande ein Begegnungsort zum Plaudern. Darunter sind das Zermatt Unplugged, das Openair St. Gallen und das Gurtenfestival Bern sowie das Paleo in Nyon, das Stars of Sounds Schaffhausen und das Seaside Festival Spiez.

Bei der neuen offiziellen Gurtenfestival-Bühne «Campfire-Stage» können Besucher Songs junger Bands aus der Schweizer Musikszene lauschen und an einer gemütlichen Feuerstelle Cervalats am Stecken bräteln. Für einen Betrag von fünf Franken plus Depot erhalten Festivalteilnehmer eine rohe Wurst mit Brot und einen angespitzten Holzstecken. Dazu gibt es ein kleinformatiges Victorinox-Sackmesser mit integrierter Gabel und einem abgestumpften Messer. Das Gadget soll auch noch Zuhause an die Zeit vor Proviands Lagerfeuer erinnern.

Bewusstsein schaffen

«Bei der Aktion geht es nicht um die Quantität. Wir wollen den Leuten ein Erlebnis bieten, das sie nicht so rasch vergessen werden», erklärt Janine Arnold, Verantwortliche Sponsoring und Events bei Proviande. «Bewusster Konsum ist unser Hauptthema. Fleischesser sollen ein Gefühl für den Kauf von Schweizer Fleisch entwickeln.»

Die Strategie der Branchenorganisation fokussiert die Zielgruppe «20- bis 30-Jährige». «Weg vom Elternhaus, mit dem eigenen Haushalt, beginnen oft auch die Überlegungen dazu, wofür ich mein Geld einsetze», so Arnold, «hier wollen wir ansetzen.» Zudem wissen junge Menschen vielfach nicht, wie Fleisch zubereitet wird. Unter diesem Aspekt wurde die Gratis-App «Schweizer Fleisch Academy» lanciert. Sie zeigt mittels Video- und Fotoanleitungen, wie Fleisch optimal zubereitet wird.

Marketingzweck erfüllt 

Das Campfire am Gurtenfestival in Bern erfreut sich grosser Beliebtheit. Die Mehrzahl der Anwesenden wird wohl der stündigen Auftritte der Musiker und nicht dem Bräteln von Würsten wegen ins Holzgebäude gekommen sein. Und trotzdem: Am Starttag vom vergangenen Mittwoch wurden bereits 800 Cervelats verkauft. Bis zum Abschluss am Sonntagmorgen rechnet Arnold mit einem Absatz von mehr als 2500 Stück.

Im 2017 waren es über alle Events gesehen rund 10000. Die Zahl sei nicht mit derjenigen eines Foodstandes vergleichbar. Jedoch werde der Marketingzweck erfüllt. Arnold ist überzeugt: «Anderswo wäre kaum ein Kunde mehr als zehn Minuten an einem Stand.» 

Man habe sich gezielt für die Cervelat als Schweizer Nationalwurst entschieden. Einzig am Openair in St. Gallen haben sich die Organisatoren für die regional bestens bekannte St-Galler-Bratwurst entschieden. Die spezialangefertigte, kleinere und dickere Variante lasse sich gut am Holzstecken anbringen.

Preis ist Thema

Dass nicht immer die simple Form einer grillierten Wurst auf Schweizer Tellern landet, zeigen die Stimmen befragter Festivalbesucher. Und auch die Schweizer Qualität scheint nicht unwichtig. "Wenn es irgendwie geht, möchte ich eigentlich schon Schweizer Qualität haben" meint beispielsweise Andrea aus Winterthur ZH. Auch Andreas aus Glis VS  achtet darauf im Laden Schweizer Fleisch zu kaufen, noch lieber setzt er auf ein Nachhaltigkeitslabel. "Es kommt nicht so darauf an, wie man das Fleisch macht, es ist immer gut" erklärt der aktive Jäger Marco aus Bolligen BE. 
 -> Weitere Stimmen hören Sie im Video

Fleischlose Alternativen werden am Campfire auf dem Gurten selten erfragt. Dann und wann erkundigt sich ein Vegetarier danach und zieht friedlich zu einem anderen Verkaufsstand weiter.


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