12.02.2015 17:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Zürich
Schöne Erfahrungen als «Filmstars»
Freundschaften pflegen gehört zu den schönsten Perlen, die das Leben bereichern. Das bestätigen auch Elsbeth und Ernst Bieri. Schon bald ein halbes Jahrhundert kennen sie Spühlers. Sie überraschten sie in Ontario. Mit Video

«Einige kommen früher im Fernsehen, bei anderen dauert es halt ein wenig länger», lacht Ernst Bieri und zwinkert seiner Frau Elsbeth zu. Beide sind eben 70 geworden und geniessen den aktiven Ruhestand auf ihrem Heimet oberhalb von Russikon im Zürcher Oberland.

Ein Geschäft gemacht

Begonnen hat die Geschichte 1969, zwei Jahre nachdem Bieris den elterlichen Hof übernommen hatten. Walter Spühler bauerte damals in Glattfelden und hatte Futterkartoffeln zu verkaufen. Bieri meldete sich und kaufte den Posten. Beiläufig fragte ihn Walter Spühler, ob er Zeit hätte, ihm beim Erbsendreschen zu helfen.

«Damals wurden diese noch gemäht, bei der Grastrocknerei gedroschen, und dann musste man die leeren Stauden wieder aufladen», erinnert sich Bieri. «Von da an hatten wir immer wieder Kontakt miteinander.» Auf Spühlers kamen einschneidende Veränderungen zu: Die neue Autobahn zerschnitt ihren Hof, das Dorf kam näher. So reifte 1980 der Entschluss, wie viele andere zu dieser Zeit nach Kanada auszuwandern.

Mutter- statt Holsteinkühe

Ob es sie nie gereizt habe, ebenfalls auszuwandern? «Wir bauten 1977 eine neue Scheune und einen Stall. Das konnten wir doch nicht einfach aufgeben. Zudem hätte das mein Vater nicht verstanden», antwortet Bieri, dessen Grossvater vor 98 Jahren vom Schangnau ins Zürcher Oberland gezogen war.

Heute haben Bieris Holsteinkühe einer Mutterkuhherde Platz gemacht. «Unser Sohn Beat, der den Hof führt, hätte eine grössere Güllegrube bauen müssen, da die bestehende nur für 20 GVE ausreichte. Da mit der neuen Agrarpolitik auch die Kuhbeiträge wegefallen sind, war diese Entscheidung im Nachhinein richtig», ist er überzeugt.

Überraschung gelungen

Spühlers waren plötzlich einige tausend Kilometer weiter weg. «Telefonieren war sündhaft teuer. Trotzdem blieben wir auf diese Weise in Kontakt. 1988 besuchten wir sie erstmals in St.Bernadin in Ontario. Heute nutzen wir Skype, so sehen wir uns sogar», erzählt der rüstige Landwirt begeistert. Es folgten über die Jahre einige Besuche.

Die Überraschung war gross, als im letzten Herbst das Telefon klingelte. «Sie haben an einem Wettbewerb mitgemacht und nun einen Preis gewonnen», verkündete die Dame am anderen Ende. An einem Wettbewerb? Ihre Tochter Esther hatte ein paar Monate vorher bei einem Swiss-Flug diese Geschichte zum Thema «Lange Freundschaften» geschildert. Von 3000 Einsendungen bei Mission Surprise wurden 300 Gratisflüge und 3 begleitete Reisen durch eine Filmcrew verlost.

So kamen Bieris und Spühlers  am 15. November zu einem unerwarteten Wiedersehen. Spühlers mussten am besagten Tag sicher zu Hause sein, damit der Coup gelingen konnte. Ihre Tochter weihte sie ein, sie müssten zwei Gästebetten herrichten, es gebe unerwarteten Besuch. Für wen, das dürfe sie noch nicht verraten. Denn es sei eine Überraschung

Wir machens noch mal

Sie mussten in Zürich für ein Casting antreten und ihre Geschichte erzählen. Zwei Tage vor Abflug seien dann fünf nette Herren aus Deutschland im Dunkelbach eingetroffen. Dann wurden Sequenzen für den Werbespot eingespielt. «X-mal üben, hiess es. Wir haben unser Gepäck sicher fünfmal am Flughafen aufgegeben», sagt Bieri mit einem breiten Lachen im Gesicht. Schliesslich hätten die Filmer stets betont, den besten Spot machen zu wollen.

In Kanada zeigte sich ein unerwartetes Problem: Die Kisten der Filmcrew waren zu gross –  oder der bestellte Mietwagen zu klein. Bis dann ein Ersatzfahrzeug bereitstand und der Weg zur Farm zurückgelegt war, hatte es schon eingedunkelt. Wieder zurück in der Schweiz kamen viele positive und emotionale Reaktionen. «Die weiteste aus Spanien», sagt Elsbeth Bieri.

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