1.12.2017 12:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Strassenverkehr
Schneefall führt zu Verkehrschaos
Schneefälle haben der Schweiz am Freitagmorgen ein weisses Erwachen beschert. Im Mittelland fielen verbreitet bis zu sieben Zentimeter Schnee. Auf den Strassen kam es zu zahlreichen Unfällen, im Schienenverkehr zu Verzögerungen.

Je nach Höhenlage gab es bis am Freitagmorgen zwei bis sieben Zentimeter Neuschnee, wie Stephan Bader von MeteoSchweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. In Grenchen SO wurden etwa sieben Zentimeter gemessen, genauso wie in Moudon VD. Während Zürich nur von einer dünnen Schicht von zwei Zentimetern bedeckt war, lagen in Pfäffikon im Zürcher Oberland ganze neun Zentimeter.

In den Alpen habe es aber nicht viel mehr geschneit. Am meisten Schnee lag in der Zentralschweiz in Rigi-Scheidegg mit 14 und auf dem Stoos mit 13 Zentimetern. Bereits in der Nacht auf Donnerstag hatte es vor allem auf dem Plateau zwischen Bern und Freiburg bereits fünf bis neun Zentimeter geschneit.

Verletzte bei Unfall auf A1


Auf den Strassen führten die Witterungsbedingungen zu mehreren Unfällen. Auf der Autobahn A1 prallte wenige hundert Meter vor der Ausfahrt Kriegstetten ein Wohnmobil auf einen Sattelschlepper und danach gegen ein Auto auf dem Überholstreifen.

Eine 63-jährige Frau, die im Wohnmobil mitgefahren war, wurde im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt, wie die für den Autobahnabschnitt zuständige Kantonspolizei Bern mitteilte. Eine Ambulanz brachte die Frau ins Spital. Der Lenker des Wohnmobils und eine weitere Mitfahrerin wurden ebenfalls verletzt. Bereits kurz nach 5 Uhr war es auf der A1 bei Luterbach SO zu einer Auffahrkollision mit mehreren Fahrzeugen gekommen. Verletzt wurde niemand, wie es bei der Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage hiess.

Geduld gefragt

Die Autobahn in Richtung Zürich war wegen der Unfälle etwa eine Stunde lang komplett gesperrt. Später konnten die Fahrzeuge auf dem Pannenstreifen die Unfallstelle bei Kriegstetten passieren. Es kam zu erheblichen Rückstaus. Die Polizei stellte dabei fest, dass zahlreiche Lenker mit dem Mobiltelefon beim Vorbeifahren Fotos oder Videos machten. Sie wird deswegen neun Personen anzeigen. Nach 9 Uhr beruhigte sich die Verkehrssituation.

In der Ostschweiz führte ein Unfall am Freitagmorgen ebenfalls zu Stau auf der A1 Richtung Zürich, nämlich zwischen Wil und Münchwilen. In der Westschweiz mussten Reisende auf der A9 Richtung Lausanne zwischen Chexbres und Lavaux wegen eines Unfalls rund 30 Minuten Geduld aufbringen. Auf der A12 zwischen Vevey und Freiburg sassen Lastwagen infolge des starken Schneefalls zwischen der Verzweigung La Veyre und Châtel-St-Denis fest.

Auch andernorts kam es zu Problemen. So zählte etwa die Kantonspolizei Bern seit Donnerstagabend rund 45 Unfälle. Und zwischen Appenzell und Meistersrüte war eine Autofahrerin am Donnerstagabend auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern gekommen und auf das Gleis der Appenzeller Bahn gerutscht. Sie kam mit dem Schrecken davon.

Vereiste Weichen

Die SBB verzeichnete am Freitagmorgen mehrere Störungen, weil Weichenheizungen den Dienst versagten, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Störungen seien an wenigen der mehreren tausend Heizanlagen aufgetreten, so etwa auf der Strecke Bern-Luzern zwischen Rothrist und Zofingen. Die Züge konnten bis etwa 11 Uhr nicht über die sogenannte Kriegsschlaufe bei Zofingen fahren. Reisende mussten den Umweg über Olten in Kauf nehmen. Gegen Mittag normalisierte sich die Situation.

Mit «vereisten Bahnanlagen» hatte auch die Aare Seeland Mobil zu kämpfen. Dies führte dazu, dass das Bipperlisi auf der Strecke zwischen Oberbipp und Niederbipp nicht fahren konnte.

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