10.04.2020 14:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tiere
Schals aus illegaler Wolle beschlagnahmt
79 Shahtoosh-Schals aus Wolle der seltenen Tibetantilope hat die Eidgenössische Zollverwaltung 2019 beschlagnahmt, 38 mehr als im Winter 2018. Für jedes dieser illegal gehandelten Luxus-Accessoires ist die Wolle von drei bis fünf Tieren nötig.

Tibetantilopen könnten nicht geschoren werden, schrieb das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Mittwoch. Für die Gewinnung der Shatoosh-Wolle müssten die Tiere getötet werden.

Aufgrund der zu hohen Nachfrage sei die Tibetantilope vom Aussterben bedroht und der Handel mit Schals aus ihrer Wolle international strengstens verboten. Kontrollen werden von BLV und Zollverwaltung seit 2013 durchgeführt. «Wer einen solchen Schal mit in die Schweiz bringt, macht sich nicht nur strafbar und kurbelt den illegalen Handel an - sondern trägt auch zum Aussterben der ganzen Art bei», schrieb die BLV weiter.

Wer mit einem Shahtoosh-Schal erwischt wird, muss mit einer Busse rechnen. Grundlage für die Sanktion ist das Gesetz zum Artenschutz-Übereinkommen (Cites). Die Zahl der beschlagnahmten Schals zeige, dass Kontrollen und die Sensibilisierung der Kundinnen und Kunden nötig sei, schrieb das BLV.

Die Shahtoosh-Wolle gilt als die wertvollste, feinste und wärmste. Die Schals kosten mehrere Tausend Franken; in der Schweiz ist es strengstens untersagt, sie zu kaufen.

Tibetantilopen leben in den Hochplateaus des Tibets in Höhen von bis zu 5000 Metern und sind einem sehr harschen Klima ausgesetzt. Zum Schutz vor der Kälte haben die Tiere das extrem warme Fell an Bauch und Kinn entwickelt. Der Handel mit der Tibetantilope und ihren Erzeugnissen ist seit 1979 verboten. 

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