27.05.2015 13:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Sport
Saisonende für Schwingerkönig Sempach
Schwingerkönig Matthias Sempach muss die Saison 2015 vorzeitig beenden. Die Verletzungen, welche er sich am Oberaargauischen Schwingfest zugezogen hatte, sind von schwerwiegender Natur. Sempach gibt sich aber zuversichtlich für die neue Saison.

Es knackte laut am vergangenen Samstag im rechten Fuss von Matthias Sempach. Im fünften Gang des «Oberaargauischen» in Grasswil BE vom letzten Samstag passierte es: Matthias Sempach greift mittels Kurz an und wird von Reto Schmid ausgekontert. Dabei bleibt der Schwingerkönig mit dem rechten Fuss hängen und knickt ein. Das war die erste wettkampfmässige Aufgabe von Sempach.

Mehrere Verletzungen

Die Verletzung ist so schwer, dass der 31-fache Kranzfestsieger den Ring nur mit Hilfe von anderen Personen verlassen kann. Sempach wurde in der Folge von seinem Bruder ins Spital Langenthal gefahren. Dort wurde eine Erstversorgung vorgenommen. Die Ärzte nahmen sofort mit dem Vertrauensarzt von Sempach, Dr. Matthias Zumstein, Kontakt auf. Am Inselspital wurde der Schwingerkönig interdisziplinär durch die Orthopädie und Traumatologie, die Notfallmedizin und die Radiologie betreut. Dieser „Fast Track“ habe dazu geführt, dass die Verletzung exakt habe eingeschätzt werden können, so Zumstein.

Der Schwingerkönig zog sich eine Sprunggelenks-Sprengung mit mehreren Bänderrissen am Innenknöchel sowie zwischen Schien- und Wadenbein zu. Auch bei der Schienbein-Hinterkante kam es zu einem Bruch. Die Operation sei sehr gut verlaufen, betonte Zumstein an der Medienkonferenz im Berner Inselspital. Die Saison ist aber futsch. Sempach muss diese sofort beenden.

Positiv-Spirale aufbauen

Matthias Sempach wurde mit dem Rollstuhl zu den Medienvertretern gefahren. Er darf in den kommenden acht Wochen den Fuss nicht belasten. Er zeigte sich ob der Verletzung gefasst. „Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Grosse Schmerzen habe ich nicht. Es gibt schlimmeres als eine Verletzung“, so Sempach. Er habe zuerst gehofft, dass es sich nur um eine leichte Verletzung handle. Am Abend habe er aber gewusst, dass die Sache schlimmer ausgehen werde.

Arzt Zumstein zeigte sich optimistisch. „Matthias ist sehr zielorientiert und analytisch. Wir haben einen Plan erarbeitet, wie er in den Ring zurückkehren kann.“ Damit wolle man eine Positiv-Spirale aufbauen.

Mehr Zeit für Familie

In den kommenden acht Wochen darf Sempach sein Bein nicht belasten. Zwei Monate lang trägt er einen Gips. In acht Wochen kann er mit dem Aufbautraining beginnen. Bei optimalen Heilungsverlauf ist er in vier Monaten wieder wettkampffähig. Die Saison ist aber gelaufen.

Sempach zeigte sich zuversichtlich. Er habe bisher immer Glück gehabt. Nun habe es auch ihn erwischt. Er könne sich aber auf einen hervorragenden medizinischen Staff stützen.

Er kann der Zwangspause auch positive Elemente abgewinnen. „Ich habe nun mehr Zeit für meine Frau und meinen Sohn Henry“, so der Gewinner des Eidgenössischen von Burgdorf BE. Der dreifache Schwinger des Jahres konnte das Spital bereits am Mittwoch verlassen.

2016 wieder angreifen

Klar „wurme“ es ihn, dass er das Schwägalp- und Brünigschwinget verpasse. Er hätte gerne weitergeschwungen. Doch er werde sich nun optimal auf die kommende Saison vorbereiten. Sempach ist am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer-le-Lac Titelverteidiger. „2016 werde ich versuchen, wieder voll anzugreifen“, betonte der in Alchenstorf BE wohnhafte Sempach.

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