19.02.2018 09:09
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Rohwurst: Keine ASP-Gefahr
In der vergangenen Woche hat die Discountkette Lidl im Rahmen ihrer Aktion „Osteuropäische Spezialitäten“ auch polnische Rohwurst ins Sortiment genommen und dafür breit geworben.

Nach besorgten Anrufen von Landwirten wegen einer möglichen Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) berichtete die Fachzeitschrift „top agrar“ unter der Schlagzeile „ASP-Risiko: Lidl verkauft polnische Rohwurst“ über das Thema und bat den Discounter um eine Stellungnahme.

Diese kam prompt und Lidl-Pressesprecherin Melanie Pöter stellte darin klar, dass der Bezug von Rohstoffen aus ASP-Ländern ausschliesslich aus den sogenannten freien Gebieten erfolge, in denen gemäss des Durchführungsbeschlusses 2018/169 der Europäischen Kommission vom 1. Februar keine Beschränkungen aufgrund der ASP vorlägen. „Zudem führen unsere Lieferanten beim Fleischrohstoff grundsätzlich strenge Qualitätskontrollen durch", versicherte Pöter. Sie wies zudem darauf hin, dass aktuell im gesamten Markt Wursterzeugnisse aus osteuropäischer Rohware verkauft würden.

Auch Mitglieder des Deutschen Jagdverbandes (DJV) hatten nach dessen Angaben Klärungsbedarf wegen der polnischen Rohwurst, weshalb der Verband das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) um eine Einschätzung bat. In dieser heisst es, dass es - wie bei allen anzeigepflichtigen Tierseuchen - strenge Auflagen beziehungsweise Beschränkungen für die Restriktionszonen gebe, die im Falle eines Ausbruchs eingerichtet würden.

„Aus diesen Gebieten kommen keine Produkte in den internationalen Handel, auch nicht zu einem Discounter“, betonte das FLI. Das, was in den Handel gehe, stamme von gesunden Tieren und sei nach bestem Wissen und Gewissen frei von Tierseuchen. 

 

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