13.03.2014 08:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Politiker ärgern Migros
Im Kanton Bern stehen Ende März Wahlen an: landauf, landab werben Kandidierende nun auf Plakaten und mit Flyern für sich und ihre Qualitäten. Die beiden Stadtberner SP-Kandidaten Michael Aebersold und Stefan Jordi haben sich dabei Ärger mit der Migros eingehandelt.

Aebersold und Jordi werben mit dem Slogan «Für die Region - aus der Region», genau umgekehrt lautet der Slogan der Migros für ihre lokalen Produkte. Auch optisch erinnert die Wahlwerbung an jene der Migros. Kein Zufall, geben die beiden Politiker zu.

Verletzung der Marken- und Lauterkeitsrechte

Der Migros ging die Ähnlichkeit der Wahlwerbung in Wort und Bild zu weit und sie intervenierte bei den beiden Grossratskandidaten, wie Michael Aebersold am Montag eine Meldung im «Blick am Abend» und im «Blick» auf Anfrage bestätigte.

Aus Sicht der Migros liegt eine Verletzung der Marken- und Lauterkeitsrechte vor, wie die Sprecherin der Migros Aare, Andrea Bauer, auf Anfrage mitteilte. Die Migros habe die beiden Politiker deshalb aufgefordert, die Sujets künftig nicht mehr zu verwenden.

Gütliche Einigung

Im Sinne eines freiwilligen Entgegenkommens hat die Migros nach eigenen Angaben mit den beiden Politikern aber eine gütliche Einigung getroffen. Jordi und Aebersold müssen ihre Wahlwerbung nicht einstampfen und können bereits gedrucktes Material verwenden. Nachdrucken dürfen sie es aber nicht.

Das wäre ohnehin nicht geplant gewesen, sagte Aebersold. Er und Jordi hätten beide nicht das Budget für eine grossangelegte Wahlkampagne. Die Wahlwerbung besteht gemäss Aebersold aus 5000 Flyern und einem Plakat. Er habe durchaus Verständnis, dass die Migros auf den Schutz ihrer Marken bedacht sei, betonte Aebersold. Er sei aber auch der Meinung, dass das Unternehmen auf den Begriff der Region kein Monopol habe.

«Ob es als Politiker besonders originell ist, sich mit Hilfe fremder Ideen zu profilieren, sei dahingestellt», gab Migros Aare-Sprecherin Bauer zu bedenken.

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