8.01.2020 07:00
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Österreich exportiert mehr Milch
Die Milchexporte in Österreich konnten im letzten Jahr weiter gesteigert werden.

"Die österreichischen Milchexporte konnten im Jahr 2019 weiter gesteigert werden und erreichten in den ersten neun Monaten einen Gesamtwert von 943 Mio. Euro. Dies zeigt eindrucksvoll, dass die hohe österreichische Qualität auch im Ausland gefragt ist", erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, zu den nunmehr vorliegenden Aussenhandelszahlen der Statistik Austria.

Während die Exporte in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Jahres auf 943 Mio. Euro (1020 Mio. Franken) zulegten, gingen die Importe um 0,9% auf 620 Mio. Euro (670 Mio. Franken) zurück. Daraus resultierte ein positiver Gesamtsaldo von 323 Mio. Euro  (349 Mio. Euro) (+4,5%). 

Käse dominiert Aussenhandel mit Molkereiprodukten 

Wichtigstes Aussenhandelsprodukt ist mit einem Gesamtwert von 480 Mio. Euro (519 Mio. Franken) beziehungsweise 51% Käse, welcher exportseitig um 4,5% zulegen konnte, gestiegen ist neben den Mengen auch der Preis. Aber auch die Importe von Käse lagen mit 378 Mio. Euro (408 Mio. Franken) auf dem bisher höchsten Niveau. Erfreulich ist laut Petschar, dass die durchschnittlichen Exportpreise um 3,5% über den Importpreisen lagen. 

In der Kategorie Flüssigmilchprodukte wurden 487 Mio. t um 222 Mio. Euro (240 Mio. Franken) exportiert, während die Importe mit 93 Mio. t und einem Wert von 56 Mio. Euro (60 Mio. Franken) weiter rückläufig waren. Der Export von Versandmilch ist ebenfalls rückläufig, exportiert werden vornehmlich verarbeitete Produkte. 

Bei fermentierten Produkten (Joghurt usw.) wurde eine Steigerung auf 110 Mio. Euro (118 Mio. Franken) verzeichnet, während Importprodukte bei gleichen Mengen mit 38 Mio. Euro (41 Franken) um 6,1% weniger erbrachten als im Vorjahr.

Die Butterexporte konnten bei Durchschnittserlösen von 5,17 Euro/kg auf 3.100 t gesteigert werden, während 14.700 t um 72 Mio. Euro (77 Mio. Franken)  (Durchschnittspreis 4,85 Euro/kg) importiert wurden. Rückläufig waren mit 39 Mio. Euro (42 Mio. Franken) die Ausfuhren von Pulver, während die Einfuhren mit 40 Mio. Euro (43 Mio. Franken) angestiegen sind. Molkeprodukte wurden im Wert von 76 Mio. Euro (82 Mio. Franken) exportiert, während die Importe hier 37 Mio. Euro (40 Mio. Franken) ausmachten. 

Deutschland wichtigster Abnehmer 

Hauptexportländer waren Deutschland (Anteil 50%), gefolgt von Italien, den Niederlanden, China und Griechenland. Importiert wurde ebenfalls großteils aus Deutschland (ca. 60%), gefolgt von Italien, den Niederlanden und Frankreich. Der Aussenhandel mit den Erweiterungsländern der EU erbrachte Exporte von 71 Mio. Euro (76 Mio. Franken) und Importe von 23 Mio. Euro (25 Mio. Franken). 

"Diese Zahlen zeigen, dass der Export für die heimische Milchwirtschaft ein sehr wichtiges Standbein ist und die Wettbewerbsfähigkeit durch Qualität im Aussenhandel für die österreichische Milchbranche entscheidend ist. Abhilfe gegen die starken Importe, die oft nicht die hohen österreichischen Qualitätsstandards erfüllen, könnte eine verbesserte Herkunftskennzeichnung bringen, zumal für die Konsumenten die tatsächliche Herkunft der Produkte oft unklar bleibt", ergänzte Petschar.

 

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