12.08.2015 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ölpreise
Ölpreise werden noch mehr sinken
Die geplante Aufhebung internationaler Sanktionen gegen den Iran im Zuge des Atomabkommens wird laut Weltbank den ohnehin niedrigen Ölpreises weiter drücken. Bei einer «vollständigen Rückkehr des Iran auf den Weltmarkt» werde der Preis 2016 um 10 Dollar (9,8 Franken) pro Fass sinken, heisst es in einem am Montag in Washington veröffentlichten Weltbank-Bericht.

Die Erdölstaaten der Opec hoffen unterdessen auf eine wachsende weltweite Nachfrage. Die Weltbank geht davon aus, dass nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran täglich eine Million Fass Öl (159 Liter) zusätzlich auf den Markt kommen.

Falls der Ölpreis dann tatsächlich um 10 Dollar pro Fass billiger wird, wäre dies im Vergleich zu den aktuellen Preisen ein Rückgang um gut 20 Prozent. Öl ist derzeit wegen des grossen Angebots auf den Weltmärkten ohnehin relativ günstig. Für weitere Unsicherheit sorgt das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China.

Überkapazitäten allmählich reduziert

Nach Einschätzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird sich in den nächsten Monaten und im kommenden Jahr die Schere zwischen Angebot und Nachfrage etwas schliessen. Die Organisation erhöhte am Dienstag ihre Vorhersage für das laufende Jahr; demnach werden im Jahresschnitt 1,38 Millionen Fass pro Tag mehr nachgefragt als 2014.

Das sind noch einmal 100'000 Fass pro Tag mehr als im Juli prognostiziert. Im kommenden Jahr soll die Nachfrage um weitere 1,34 Millionen Fass pro Tag wachsen. Das «Ungleichgewicht» von Angebot und Nachfrage werde somit «nach und nach» verringert, erklärte die Opec in Wien.

Fördermenge beibehalten

Die zwölf Opec-Mitglieder produzieren ein Drittel des weltweit verbrauchten Erdöls. In früheren Jahren reagierte die Organisation oft mit einer Drosselung der Fördermenge auf sinkende Preise. Ende vergangenen Jahres vollzog sie jedoch eine Abkehr von dieser Praxis und entschied trotz eines heftigen Preisverfalls, die tägliche Fördermenge weiter bei 30 Millionen Fass pro Tag zu belassen. 

Ende Juli bekräftigte Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri bei einem Besuch in Moskau, dass die Organisation die Fördermenge weiterhin nicht senken wolle. Von Juni vergangenen Jahres bis Januar 2015 war der Ölpreis um rund 60 Prozent auf etwa 45 (441, Franken) Dollar pro Barrel gefallen. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung gingen die Preise zuletzt wieder auf Talfahrt.

Am Dienstag wurde ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September auf den asiatischen Märkten für 44,49 Dollar (43,6 Franken) gehandelt, ein Fass der Nordseesorte Brent kostete 49,96 Dollar (49 Franlen).

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