6.04.2020 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - ral
Zug
Nun werden Ideen umgesetzt
Wie andere Organisationen konnte auch der Zuger Bauernverband seine Generalversammlung nicht durchführen. Ein Gespräch mit dem Präsidenten Thomas Rickenbacher.

Auch sein Terminkalender sei dünner geworden, gibt Thomas Rickenbacher zu verstehen. Der Chamer Landwirt ist Präsident der Zuger Bauern. «Viele Zuger Bauernbetriebe sind im Direktverkauf ihrer Produkte aktiv, denn nicht wenige sind in der Nähe von Siedlungsgebieten zu Hause.» Die gegenwärtige Situation führte dazu, dass neben der Umsetzung der behördlichen Anordnungen Alternativen gesucht werden mussten, betont er. So seien Kooperationen mit Metzgereien oder Bäckereien eingegangen worden, die Hofprodukte in ihren Läden anbieten würden. «So können proaktiv Mehrwerte generiert werden», stellt er fest.

Die Arbeit geht weiter

Als Landwirt habe man den Vorteil, dass man auf dem Hof in der Regel normal weiterarbeiten könne. Als Organisation passiere das auch, einfach unter etwas erschwerten Umständen und etwas mehr im Hintergrund. So werde das Boden-Ressourcenprojekt, das Nährstoffeinträge in den Zugersee reduzieren soll, «auf Hochtouren» weiterverfolgt und -bearbeitet. «Wir wollen den Fahrplan einhalten», so Rickenbacher. Dieser sieht vor, in einem Jahr das Gesuch eingabebereit zu haben und 2022 mit der Umsetzung zu beginnen.

Der Austausch mit den Jägern im Hinblick auf die Revision des Jagdgesetzes werde ebenfalls fortgeführt. Aber das Engagement am Tag der Milch habe man absagen müssen.

Gespräche sind wichtig

Solche Anlässe seien wie die Zuger Messe gute Gelegenheiten, auch mit kritischen Konsumenten ins Gespräch zu kommen. Wenn die Coronakrise vorüber sei, würden viele Konsumenten wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, befürchtet er. «Aber nicht alle. Viele sind sich bewusst geworden, dass ein sicherheits- und gesellschaftspolitisches Umdenken nötig sein wird», ist er sicher.

Damit kommt die AP22+ ins Blickfeld. «Ich habe die Botschaft gelesen. Da ist die Politik gefordert. Die vorgeschlagene Herabsetzung des Selbstversorgungsgrades muss überdacht werden.»  Er kaufe prinzipiell keine ausländischen Lebensmittel. 50 Prozent Selbstversorgung heisst, dass es für jeden Zweiten kein Essen auf Sicher gebe. Der Zuger Bauernverband stand der AP 22+ schon vorher ablehnend gegenüber. Die GV indes wolle man im Herbst nachholen. 

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