13.02.2015 15:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Nach Stallbrand: Tierrechtsorganisation zeigt Landwirt an
In einen Stall im deutschem Bundesland Hessen kam es vergangenen Sonntagmorgen zu einem Brand. 21 Tiere sind gestorben. Die Tierrechtsorganisation Peta zeigte den Landwirt in der Folge an. Für Bauernverbände hat das Vorgehen von Peta System.

Wie agrarzeitung.de schreibt, haben die Tierschützer eine Strafanzeige eingereicht. Der Landwirt habe durch „unzureichende Brandschutzmassnahmen offensichtlich billigend in Kauf genommen“, dass die Tiere zu Tode kommen, liess Peta in einer Pressemitteilung verlauten.

Schwere Vorwürfe

Der Feuer war in einem Stall in der Nähe von Philippsthal ausgebrochen. Peta moniert, dass aufgrund der abgelegen Lage des Stalls die Löscharbeiten erschwert wurden. Das Löschwasser musste dorthin transportiert werden. Die Organisation kritisiert weiter, jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, sei ein grob fahrlässig getötetes Tier.

Und weiter: „„Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Wenn viele Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten – dieses Risiko wird billigend in Kauf genommen.“

Peta flankiert die Vorwürfe mit einer generellen Kritik an der Ernährungsindustrie, für die Tiere ein „reines Produktionsgut“ seien, schreibt agrarzeitung.de. In der Pressemitteilung wirbt die Organisation für die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung durch ihr „Veganstart-Programm“.

„Tierhalter generell diskreditieren“

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) vermutet beim Vorgehen von Peta System. Bereits im vergangenen Jahr beobachtet. „Zwischen Regensburg, Essen, Detmold und Osnabrück wurden in den vergangenen Wochen nach gleichem Muster Anzeigen bei den Staatsanwaltschaften eingereicht, sobald über einen Bauernhofbrand in den Medien berichtet wurde“, hielt der Verband im Dezember fest. Die Vorwürfe hätten zum Ziel, die Tierhalter generell zu diskreditieren.

Bei dem Brand starben neun Kälber, elf Kühe und ein Jungbulle. Zwei Kälbern gelang die Flucht. Eines der beiden Jungtiere musste aber noch eingeschläfert werden. Gemäss der „Hersfelder Zeitung“ wurde im offenen Stallgebäude Heu gelagert. Auch landwirtschaftliche Maschinen waren dort abgestellt.

Der Schaden wird von der Polizei auf über 50‘000 Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch unklar, Brandstiftung wird aber nicht ausgeschlossen.

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