25.03.2019 17:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Lueg wird Volksmusik-Zentrum
Das Ausflugs- und Seminarhotel Lueg wird in den kommenden Monaten umgebaut. Sie soll zum Schweizer Volksmusik-Zentrum werden. Ein unerfreuliches Kapitel in der Geschichte der Lueg geht dem Ende entgegen. Die Gaststätte wird bereits Anfang Mai wiedereröffnet.

Im Oktober 2018 hat das Bundesgericht entschieden, dass die Metalldachkonstruktion der «Erlebnisbühne Emmental LuegArena» nicht zonenkonform und daher auch nicht bewilligungsfähig ist. In der Folge wurde der Betrieb eingestellt. 24 Mitarbeitende verloren ihren Job, der Betreiber hat nach eigenen Angaben mehrere hunderttausend Franken verloren.

Studio für Radio

Nun geht aber weiter mit der LuegArena. Die Metalldachkonstruktion der Eventbühne wird bis Mitte April zurückgebaut. Die Lueg wird zum Schweizer Volksmusik-Zentrum umgebaut, wo sich Freunde der Volksmusik treffen und unterhalten lassen können. Lueg-Besitzer Jörg Moser mit der Wiedereröffnung der Lueg «die Anziehungskraft der Region» stärken.

Schweizer Volkskultur sei unter anderem mit der Lueg-Schwinget, dem Lueg-Schiessen oder auch mit der Jodlernacht schon immer beheimatet gewesen, teilt Moser in einem Communiqué mit. Besonderen Wert wird auf Nachwuchskünstlerinnen und -künstler gelegt. Radio Tell wird ein Studio für Aufnahmen und Live-Übertagungen zur Verfügung stehen. Es sollen so auch Livesendungen produziert werden.

Überdachung demontierbar

Der Verband Schweizer Volksmusik VSV zeigt sich erfreut über den Umbau. Die Schweizer Volksmusik erhalte ein weiteres Standbein für die Förderung und Ausbildung des Nachwuchses und eine willkommene zusätzliche Plattform für die Präsentation der vielseitigen Facetten der Volksmusik. Noch sind gemäss Mitteilung viele Detailfragen offen, insbesondere das Einverständnis des Zentralvorstands des VSV.

Auf die Wintersaison hin will Moser eine neue Überdachung präsentieren, eine, die sich leicht demontieren lässt, wie er in seiner Mitteilung schreibt. Derzeit prüfe er verschiedene Varianten. Sicher sei, dass es dazu keine Baubewilligung mehr brauchen werde. Ab dem 20. November will die Lueg im neuen Zelt eine internationale Varieté-Show auf die Bühne bringen.

12 Millionen investiert

Die Wiedereröffnung des Restaurants soll bereits am 1. Mai erfolgen. Und es kehren alte Bekannte zurück. Silke und Peter Sperner werden Wirte-Ehepaar die Lueg übernehmen. Sie haben bereits früher im Ausflugs- und Seminarhotel gearbeitet.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf der Lueg ein Wirtshaus errichtet. Allmählich zerfiel das Gebäude. Der private Investor Jörg Moser übernahm die Anlage und liess sie 2006 in ein Ausflugs- und Seminarhotel umbauen. Er hat nach eigenen Angaben die Anlage anschliessend für 12 Millionen Franken um- und ausbauen lassen.

Jahrelanger Rechtsstreit

Anfang 2013 reichte die vom Bauherrn beauftragte Generalunternehmung bei der Gemeinde ein Baugesuch für den Neubau einer Tribüne und eines Schwingplatzes sowie die Sanierung des Vordachs des Restaurationsbetriebs ein. Das Projekt befindet sich in der Landwirtschaftszone.

Die Gemeinde bewilligte das Vorhaben. Auf der Lueg wurde daraufhin gebaut. Einige Monate später meldete sich die Gemeinde bei den Bauverantwortlichen, weil mit der errichteten Metallkonstruktion die Baubewilligung überschritten worden sei. Daher brauche es ein Projektänderungsgesuch.

Die Bauherrschaft stellte daraufhin der Gemeinde neue Planunterlagen zu. Der Kanton verweigerte aber seine Zustimmung, weshalb auch die Gemeinde die Projektänderung abschlägig beantwortete. Das Bundesgericht entschied schliesslich, dass die Metallkonstruktion nicht zonenkonform ist. sda

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE