12.10.2017 18:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Landwirt überlastet: 400 Ferkel tot
In Deutschland sind auf einem Hof in Merzen rund 400 Ferkel tot aufgefunden worden. Der Landwirt meldete den Fall selbst. Er war offenbar überlastet.

Der Fall ereignete sich bereits am 1. August, wie der «NDR» berichtet. Wegen einer «temporären, nicht absehbaren Erkrankung» konnte sich der Landwirt nicht mehr ausreichend um die Jungtiere kümmern. Er meldete von aus den Fall dem Veterinärdienst im Landkreis Osnabrück.

Als die Behörden den Hof aufsuchten, entdeckten sie in einem Aufzuchtstall 274 Ferkel-Kadaver. 50 Tiere befanden sich in einem Abhol-Behälter. 55 weitere Jungtiere waren so geschwächt, dass sie eingeschläfert wurden. In einem Maststall mit 400 Tieren gab es hingegen keine Beanstandungen.

Der Hof hat nach Auskunft des Veterinärdienstes vor dem Vorfall keine grossen Mängel aufgewiesen. Die Tiere waren nicht verwahrlost. Bei einer Nachkontrolle eine Woche nach dem Auffinden der toten Tiere wurden ebenfalls keine Mängel festgestellt. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb leben 400 Sauen und 1'800 Ferkel.

Gemäss Angaben der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sind die Landwirte einem immensen Druck ausgesetzt. Psychische Erkrankungen und Überlastungssyndrome in der Landwirtschaft sind auf dem Vormarsch. Genaue Zahlen gebe es dazu jedoch nicht, weil solche Erkrankungen nicht so ohne Weiteres diagnostizierbar seien, sagt eine Sprecherin gegenüber dem NDR. Viel Verwaltung, finanzieller Druck und aufwändige Dokumentationspflichten liessen für die ursprüngliche Arbeit auf dem Hof immer weniger Zeit. Eine Präventionskampagne soll Abhilfe schaffen. Bei Krankheit bietet die Stelle Hilfe an.

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