29.12.2018 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - tku
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Landfrauenküche: Yvonne ist eine gelassene Perfektionistin
Die Landfrauen stehen wieder am Herd. Yvonne Heinzer aus Muotathal SZ serviert mutig Ziegenfleisch und zeigt, dass man auch als Perfektionistin ruhig und gelassen bleiben kann.

Mit ihren 31 Jahren ist Yvonne Heinzer das Nesthäkchen der aktuellen Staffel der Landfrauenküche und so war ich besonders gespannt, wie sie sich im Vergleich zu den anderen, gestandenen Landfrauen anstellen wird. Eins kann man dazu gleich vorneweg sagen: Yvonne macht das ganz wunderbar. Geschmacklich kann ich ihr Essen ja nicht bewerten, aber optisch macht es wirklich sehr, sehr viel her!

Kein Drama

Bei dieser Folge, in der die Zuschauer bei Familie Heinzer in Muotathal SZ zu Besuch sein dürfen, bewundere ich nicht nur Yvonnes Essen, sondern auch ihre ruhige, gelassene Art und ihre herzige Familie. Yvonne und ihr Mann Stefan haben eine kleine Tochter Ladina, die mit Trisomie 21 geboren wurde.

Logischerweise wird das in der Sendung auch thematisiert. Aber trotzdem gelingt es Yvonne, dass daraus nicht eine riesige Sache gemacht wird. Im Gegenteil. Sie scheint einer der Menschen zu sein, welche die Dinge nehmen wie sie kommen und kein grosses Drama darum machen. So wäre ich auch gerne.

Und so ruhig und souverän Yvonne die Situation mit ihrer Tochter meistert, so gelassen geht sie auch das Landfrauenessen an. Ihr Betrieb sei klein, aber so sei die Arbeit auch gut zu bewältigen, erklärt Yvonne Heinzer. Der Fokus liegt auf den Schafen und Ziegen, deren Milch, Käse und Fleisch dann auch beim Essen für die Landfrauen eine grosse Rolle spielt.

Pfeffer und Polenta

Die Köchin serviert ihren Gästen zur Vorspeise eine Ziegenkäseroulade mit Wintersalat. Und besonders Katrin Kissling, lobt diesen sehr. Zum Hauptgang gibt es hausgemachten Pfeffer, Polenta und Bohnenbündel. Yvonne Heinzer hat ihren Gästen zuvor aber nicht gesagt, dass es sich beim Pfeffer und Ziegenfleisch handelt und diese rätseln lange, welches Fleisch sie wohl auf dem Teller haben.

Die feine Polenta scheidet dann die Geister. Während die einen diese Konsistenz mögen, finden andere, dass nur grobe Polenta wirklich gut sei. Diese Polenta-Debatten kenne ich seit meiner Kindheit, habe sie aber noch nie verstanden, da ich persönlich jede Polenta-Sorte sehr gerne mag.

Rein optisch spricht mich dann auch das Dessert bestehend aus einer Heidelbeer-Panna-Cotta mit einer Wysswand Crème und Kuchen sehr an. Sowieso bin ich der Meinung, dass Yvonne ihre Teller sehr schön anrichtet. Sie sehen ansprechend aus, sind aber nicht mit irgendwelchem unnötigen Schischi überladen und der Fokus liegt immer noch auf dem Essen. Auch Yvonnes Mann sagt, dass sie eine Perfektionistin sei und das sieht man an ihren Tellern.

Keine Favoritin

Mit diesem Dessert ist dann auch schon die zweitletzte Folge der Landfrauenküche vorbei, was mich schon ein bisschen traurig macht. Auch wenn ich keine einzige dieser Frauen persönlich kenne, sind sie mir über die Wochen sehr ans Herz gewachsen und ich würde jeder von ihnen den Sieg in der Finalsendung gönnen.

«Wir haben sehr viel erlebt und sehr viel gesehen. Es kann eigentlich gar nicht besser werden», resümiert dann auch Anita Mosimann. Katrin Kissling bringt es mit ihrer Einschätzung, wer gewinnen könnte, auf den Punkt: «Wir liegen zu nahe beieinander.» Es gebe keine klare Favoritin. Dieser Meinung bin ich definitiv auch und während ich bei anderen Staffeln immer schon geahnt habe, wer denn etwa gewinnen könnte, habe ich hier wirklich keine Idee.

Aber eigentlich freut mich das auch sehr. Denn diese sieben Frauen haben in den sieben Sendungen gezeigt, dass sie nicht nur hervorragende Köchinnen sind, sondern ihren Alltag meistern und anpacken und wirklich etwas auf dem Kasten haben. Und Yvonne Heinzer hat meiner Meinung nach diese Staffel mehr als würdig und stimmungsvoll abgerundet.

Wer Landfrau 2018 wird, erfahren die Zuschauer im grossen Finale am 29. Dezember 2018 um 20.05 Uhr, wenn es wieder heisst «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche».

 

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