2.12.2018 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Landfrauenküche
Landfrauenküche: Anita lässt sich nicht behindern
Die Landfrauen kochen wieder. Anita Mosimann aus Affoltern BE überrascht mit Schokoladenkugeln und Kräutertannen und zeigt, dass man sich von keiner Krankheit behindern lassen sollte. Hier könnt Ihr die Sendung auch nachschauen.

Wochenenden sind etwas ganz Wundervolles. Besonders dann, wenn man sie mit der Landfrauenküche einläuten kann. Diese Woche waren die Zuschauer im Emmental, genau genommen in Affoltern BE, bei Anita Mosimann zu Besuch. Anita scheint eine Frohnatur zu sein, sie packt gerne in Haus und Hof mit an und wirkt aufgestellt und positiv. 

Fisch statt Fleisch

Schon bald erfährt das TV-Publikum aber, das Anitas Leben, anders als man das auf den ersten Blick erwarten würde, nicht immer nur Friede, Freude und Sonnenschein beinhaltet. Die Bäuerin leidet nämlich an Multiple Sklerose. Diese Nervenerkrankung verursacht Anita Mosimann chronische Schmerzen. Oft habe sie so starke Muskelkrämpfe in den Beinen, dass sie eine Pause machen und Medikamente nehmen müsse und nicht weiterarbeiten könne, erzählt die Bäuerin. Dass ihr durch die Krankheit Grenzen gesetzt seien, könne sie manchmal nur schwer akzeptieren.

Wer Anita Mosimanns Geschichte hört, staunt daher umso mehr, wie sie trotzdem auf dem Hof mit anpackt und auch das Landfrauenessen mit viel Liebe vorbereitet. Dafür hat sie ein besonderes Ass im Ärmel versteckt. Während die Frauen im Poschi unterwegs zur Familie Mosimann noch über das bevorstehende Essen sprechen und überzeugt sind, dass es ein ordentliches Stück Fleisch geben wird, bereitet die Köchin schon die Forellenfilets vor. Denn nebst einem grossen Bestand an Milchkühen gibt es auf dem Hof von Familie Mosimann auch noch einen Fischteich. Dort haben Anita und ihr Sohn in der Woche vor dem Besuch der Landfrauen Forellen gefangen. Zu den panierten Forellenfilets serviert sie einen Kartoffel-Rosenkohl-Stampf und eine hausgemachte Tartare-Sauce. Zuvor verwöhnte die Bäuerin ihre Gäste mit einer feinen Selleriecremesuppe, die sie liebevoll mit einer wunderhübschen, kleinen Kräutertanne dekoriert hat. 

Überraschung aus Schokolade

Nebst dem hübschen Blätteteig-Kräuter-Tanneböimli wird mir von dieser Folge besonders auch Anitas «Überraschungs-Dessert mit Schuss» in Erinnerung bleiben. Dafür hat sie mit Hilfe eines Ballons grosse Schokoladenkugeln vorbereitet und während ich noch denke, dass die dann irgendwie gefüllt werden, hat die Köchin damit etwas viel Spektakuläreres vor. Sie versteckt unter der Kugel ein kleineres Dessert. Damit dieses dann besonders effektvoll zum Vorschein kommt, braucht es nun die Hilfe von Anitas Ehemann Ernst. 

Dieser hat die Aufgabe, heissen Eierkirsch so punktgenau über die Kugeln zu giessen, dass diese wie Blumen aufgehen und das eigentliche Dessert zum Vorschein kommt. Ernst macht das aber mit emmentalischer Ruhe und eine Kugel nach der anderen geht auf wie eine Blüte. Die Landfrauen klatschen begeistern Beifall und auch «Aschi» ist sichtlich erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Und so geht einmal mehr für die Landfrauen und die Zuschauer ein gemütlicher Abend zu Ende, von dem ich Kräuter-Tanneböimli, Schokoladenkugeln und eine tapfere Bauersfrau, die sich nicht von ihrer Krankheit behindern lässt, in wunderbarer Erinnerung behalten werde.

Was Coni Hiltebrand aus Teufen ZH ihren Gästen kochen wird, erfahren die Zuschauer am 7. Dezember 2018, wenn es wieder heisst «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche».

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE