29.08.2017 09:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Kühe überleben Bergsturz
Ein kleiner Wunder hat sich im vom Bergsturz verwüsteten Bondo GR ereignet. Vier Kühe konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Landwirt Otto Ganzoni ist überglücklich.

Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit über 100 Jahren waren am letzten Mittwochvormittag schätzungsweise vier Millionen Kubikmeter vom Piz Cengalo abgebrochen. Eine Kombination von auftauendem Permafrost und Wasserdruck wird als Ursache vermutet. Vermutlich acht Menschen wurden verschüttet und verloren ihr Leben: vier Deutsche, zwei Österreicher und zwei Schweizer. Die Suche nach den Vermissten wurde inzwischen eingestellt.

Wie ein Wunder überlebt haben vier Kühe von Landwirt Otto Ganzoni. Rund zwei Stunden bevor die Geröllmassen ins Tal stürzten und alles unter sich begruben, war der 70-Jährige noch bei seinen Tieren auf der Alp. «Ich fütterte das Vieh noch mit Salz», sagt der 70-Jährige gegenüber «Blick». Kaum war er wieder im Tal, kam die Gerölllawine und machte die Hütte mit dem Stall platt.

«Ich dachte zuerst, dass meine vier Kühe tot sind», so Ganzoni. Doch offenbar haben die trächtigen Tiere den Bergsturz gespürt. Sie wanderten einige hundert Meter weiter und brachten sich so in Sicherheit. Ein Helipilot entdeckte die Kühe. Sechs Tage haben die Kühe in der unwirtlichen Gegend verharrt. Am Montag wurden sie ausgeflogen.

Am Samstag hat sich noch eine weitere Überraschung ereignet. Eine Kuh brachte am Berg ein Kalb auf die Welt. Ganzoni taufte es Cengalino. Das Kalb und die Kühe werden aber vermutlich nie mehr am Fuss des Piz Cengalo grasen können.

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