27.05.2018 12:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Helfer
Bern
Kleinste Samen und reiche Ernte
An sechs Samstagen stehen im Berner Kunstzentrum Paul Klee Öl, Senf und Mohnpflanzen im Fokus.

Der Maler Paul Klee liebte nicht nur die Kunst, sondern auch die Agri-Kultur. In seinen gemalten Bildern hat er immer wieder die Natur in einer schönen, abstrakten Vielfalt sich widerspiegeln lassen. Das Kunstzentrum Paul Klee organisiert dieses Jahr einige Agri-Kultur-Tage zum Thema «Was ist neu im Fruchtland?». Rund zehn begeisterte Kunst- und Naturfreunde haben letzten Samstag den ersten Anlass besucht. 

Biodiversität zeigen

Um das ganze Areal herum besteht eine grosse Parzelle, wo viele kleine biodiverse Elemente eingebaut worden sind. Die Idee war, dem angereisten Publikum eine gelb blühende Ackerkultur zu zeigen. Da die Entwicklung der Natur nicht planbar ist, musste sich das Publikum mit einem blühenden Rapsfeld auf einer Foto begnügen.

Trotz allem ist der spannende Rundgang durchgeführt worden. Man möchte den Besuchern zeigen, dass nicht nur der Raps eine sehr wichtige Ölpflanze ist. In kleinen Demoparzellen sind exotische Ölpflanzen angebaut worden. Diese sind aber noch sehr klein, doch bis zu den nächsten Terminen werden sie kräftig wachsen, sodass in einigen Wochen seltene Leinarten in prächtigem Blau blühen werden.

Aber auch Sesam, Erdnuss, Soja, Färberdistel und Leindotter können neugierige Passanten bestaunen. Ebenfalls sind diverse Senfsorten dabei. Auch der Schlafmohn wird Ende Juni in voller Pracht blühen.

Rübsen für mehr Ertrag 

Um die  Rapsparzelle herum ist neben dem momentan üppig blühenden Randstreifen, welchen vor allem die Bienen sehr schätzen, auch ein Randstreifen mit Rübsen angesät worden. Dieser soll helfen, den lästigen Schädling Rapsglanzkäfer zu täuschen, damit dieser weniger Schaden verursacht.

Die Rübse blüht einige Tage vor dem Raps, die anziehende gelbe Farbe lockt den Käfer. Durch dieses Ablenkungsmanöver entsteht weniger Schaden in der wertvollen Rapsparzelle. Harald Menzi vom Bundesamt für Umwelt erklärt, Raps sei eine wichtige Ölkultur. «Für dieses Rapsfeld wurden lediglich 3,5 kg Samen benötigt. Wir erwarten rund 3 t Feldertrag bei der Ernte.» Der erstaunliche Gewichtsunterschied begeistert das Publikum und gibt eine Erklärung zur Entstehung des Namens der Ausstellung: «Kleinste Samen, grosse Vielfalt, reiche Ernte». 

Weitere Daten: 23. Juni: Anbau von Ölpflanzen und Schlafmohn; 12. August: Öffentliche Führung Schauplatz; 25.August: Klingende Biodiversität; 15. September: Palmöl oder Rapsöl?; 20. Oktober: Sounding Soil – eine Weltpremiere.

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