28.04.2015 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - röt/sda
TV-Tipp
Internationale Töfflikrise zwischen der Schweiz und Österreich
Schweizer Töfflibuben sorgen in Österreich für eine Staatsaffäre. Weil österreichische Polizisten ihre Schweizer Mofa-Ausweise der Kategorie M bemängelten, wurden sie verzeigt. Dies hört das Bundesamt für Strassen Astra indessen zum ersten Mal.

Kein Witz: Drei Töfflibuben aus dem Rheintal sorgen für diplomatische Misstöne. Ihre Spritztour ins nahe Österreich endete abrupt. Die Gendarmerie hielt sie an. Ihre Mofas waren in bester Ordnung, und sie hatten sich an die Verkehrsregeln gehalten. Doch die Polizisten bemängelten ihre Schweizer Mofa-Ausweise der Kategorie M.

Busse

Die Gendarmerie büsste die 14-Jährigen mit 181 Euro. Grund: Ihr Führerausweis sei nicht gültig. Allerdings: Der Schweizer Bundesrat sieht dies anders. Der Vater eines der Buben hatte die Busse von 181 Euro nicht akzeptiert und den Entscheid in Österreich weitergezogen. Später schaltete sich der «Kassensturz» ein.

Involviert war zuletzt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Wien, das festhielt, die Fahrausweis-Kategorie M werde von Österreich nicht anerkannt. Die Verkehrsministerien von Österreich und der Schweiz müssen nun klären, ob die Kategorie M für Töffli und E-Bikes tatsächlich nicht Teil des bilateralen Abkommens von 1958 ist.

Erster bekannter Fall

Inzwischen haben sich die Schweizer Behörden des Themas angenommen. Es sei der erste solche Fall, der dem Bundesamt für Strassen (Astra) bekannt werde, erklärte Astra-Sprecher Thomas Rohrbach, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man werde die Sache nun mit Österreich klären, kündigte er an. Allenfalls brauche es ein neues Abkommen.

Für die Buben werde eine Lösung aber wohl zu spät kommen. Es gebe mit Österreich ein bilaterales Abkommen von 1958, nach dem auch der Fahrausweis der Katergorie M, den es damals noch nicht gab, anerkannt sein müsste, hält Rohrbach fest.

Problem auch für E-Bikes

Der M-Fahrausweis ist eine Schweizer Spezialität. Er wird nicht nur für Kleinmotorräder verlangt, sondern auch für schnelle E-Bikes, solche mit dem gelben Kontrollschild.

Wer keinen Fahrausweis anderer Kategorie besitzt, könnte bei der gültigen Rechtslage also von der Schweiz aus keine Rundfahrt um den Bodensee antreten: Mit Österreich stehen erst Verhandlungen an. Deutschland anerkenne die Kategorie M nicht, wusste Rohrschach. Das sei in einer Zusatzerklärung ausdrücklich festgehalten worden.

Im Kassensturz

Die Details der Geschichte zeigt das TV-Magazin «Kassensturz» am Dienstagabend. In der Radiosendung «Espresso» gab es bereits einen Vorausbericht über den Töffli-Ausflug dreier Rheinecker Buben über die nahe Grenze, der nun sogar bilaterale Verhandlungen zwischen Wien und Bern auslösen könnte.

Den ausführlichen TV-Beitrag über die internationale Töffli-Krise sehen Sie heute im Kassensturz um 21.05 auf SRF 1. 

 http://www.srf.ch/konsum/themen/familie-und-freizeit/schweizer-toefflibuben-sorgen-in-oesterreich-fuer-staatsaffaere

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