16.05.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Erika Weder
Blog
Im Bett mit einem Büffelbaby
Erika Weder-Büschi berichtet regelmässig im Schweizer Bauer aus ihrem Ranchalltag in Hudson’s Hope, British Columbia.

Vor zwei Wochen waren wir mit allen Kindern unterwegs in einem der Büffelfelder. Ein paar Angusrinder hatten sich in die Bisonherde verirrt, und das Ziel war es, die Angusrinder aus den Büffelfeldern zu jagen.

Als unser Sohn Oro aber durch ein Waldstück lief, fand er plötzlich ein neugeborenes Bisonkalb mitten im Wald. Das Kalb hatte noch eine nasse Nabelschnur, und von der Mutter war weit und breit keine Spur. Das Kalb begann sofort, Oro nachzulaufen.

Wir suchten zuerst noch ein Weile lang nach einer Bisonkuh – ohne Erfolg. Wahrscheinlich hatte Oro per Zufall einen Zwilling gefunden. Eine Büffelkuh würde sich sonst nie mehr als ein paar Meter von ihrem Kalb entfernen. Also wurde das Kalb ins Auto geladen und kam mit uns nach Hause. Wir haben jeden Frühling während der Abkalbesaison etliche Kälber, die wir mit der Flasche füttern. Aber mit einem neugeborenen Büffelkalb hatten wir es noch nie zu tun.

Vollmilch, Wasser und ein Ei

Unser Sohn Nero schaute im Internet nach, wie man ein neugeborenes Büffelkalb aufziehen muss. Wichtig ist zunächst wie bei einem normalen Kalb das Kolostrum. Ab dem zweiten Tag braucht ein Bisonkalb eine Mischung aus Vollmilch, Wasser und einem Ei.

Nebst der Nahrung ist die Verbindung zum Bisonkalb der Schlüssel zum Erfolg. Schafft man es nicht, die Verbindung zum Kalb aufzubauen, trinkt es nicht und stirbt. Meine Kinder haben mich  ziemlich schnell darueber informiert, dass unser Bison – in der Zwischenzeit auf den Namen  «Maya» getauft – für zwei bis drei Nächte bei uns im Haus schlafen müsse, um ein Teil der Familie zu werden.

Maya trinkt wunderbar

Unsere beiden Jüngsten haben also mit Freuden das Kalb in ihr Zimmer genommen und sogar morgens um drei Uhr den Wecker gestellt, um es auch mitten in der Nacht füttern zu koennen. Nach drei Nächten ist Maya in die Garage gezogen und in der Zwischenzeit hat sie ein Gehege bei uns im Rasen, das wir alle paar Tage weiterziehen, damit sie immer sauberes Gras hat.

Maya trinkt ihre Milch wunderbar. In der Zwischenzeit konnten wir auf normales Kälbermilchpulver umstellen. Das Hühnerei wird aber nach wie vor in jede Ration gemischt, da die natürliche Milch der Büffel mehr Eiweiss enthält als Kuhmilch.

Die Kinder haben eine Riesenfreude an ihrem neuen Spielkameraden. Maya ist jeden Tag nach der Schule die grosse Attraktion. An Aufmerksamkeit fehlt es ihr definitiv nicht. Sie hat tatsächlich eine speziell starke Verbindung mit Oro und Luna. Wohl, weil sie mit den beiden im gleichen Raum geschlafen hat. Jedenfalls ist die Geschichte um Maya eine,  die wir wohl noch lange erzählen werden. Ein Büffel im Haus – wer hätte das gedacht?

www.venatorranches.com

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