10.08.2015 15:56
Quelle: schweizerbauer.ch -
Hitze
Hitze erhöht Steinschlaggefahr
Bei heissem Wetter ist das Wandern in der Höhe besonders attraktiv. Doch weil wegen der Hitze der Permafrost auftaut, steigt die Gefahr von Steinschlägen.

Permafrost ist Boden, welcher das ganze Jahr über gefroren ist. Er ist relativ stabil - solange er nicht auftaut. «Schmilzt der Permafrost, gibt es meist grössere Felsabbrüche», sagte Ueli Mosimann von der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) am Montag auf Anfrage. Seit Juni habe es in der Schweiz sechs grössere Abgänge gegeben - meist an abgelegenen Orten. «Es kann aber auch Routen tangieren», sagte Mosimann.

Am Morgen Gefahr leicht kleiner

Am vergangenen Freitag kam ein Ehepaar aus Genf beim Bergsteigen wegen eines Steinschlags am Col des Planeureuses oberhalb von Orsières VS ums Leben. Die Walliser Kantonspolizei warnte daraufhin in ihrer Medienmitteilung, wegen der Hitze könne es vermehrt zu Steinschlägen kommen.
Mosimann empfiehlt Bergsteigern und -wanderern, sich vor einer Tour vor Ort über die Steinschlaggefahr zu erkundigen, etwa bei lokalen Tourismusorganisationen. Offizielle Berg- und Wanderwege würden gesperrt, wenn Steinschlaggefahr besteht, sagt Mosimann. «An diese Anordnungen sollte man sich halten.»

Kühlt es während ein oder zwei Tagen ab, sei die Gefahr noch nicht gebannt, warnt Mosimann. Auch am frühen Morgen, wenn es noch kühler ist, sei das Risiko zwar etwas kleiner, aber es bestehe dennoch.

Absturz ist die grösste Gefahr

Die Gefahr, beim Wandern von abbröckelnden Steinen oder Felsen erschlagen zu werden, ist vergleichsweise klein. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) verunglückten in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 243 Menschen in der Schweiz beim Wandern oder Bergwandern tödlich; die grosse Mehrheit (206 Menschen) war abgestürzt. Zehn Personen kamen durch Steinschlag ums Leben.

Dieses Jahr gab es bisher 22 tödliche Unfälle beim Bergwandern und Wandern, keiner davon wurde durch Steinschlag verursacht, wie es bei der bfu auf Anfrage hiess. 14 Menschen starben beim Bergsteigen, davon drei durch Steinschlag. Noch mehr Menschen verletzen sich jährlich bei Unfällen. «Ein Grossteil dieser Unfälle liesse sich vermeiden, wenn Planung, Einschätzung, Ausrüstung und Kontrolle mehr Beachtung erhielten, heisst es auf der Webseite der Kampagne »Bergwandern - aber sicher«. Diese zeigt auf, worauf man achten muss, bevor man loswandert.

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