9.06.2018 11:30
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Bern
Hinter den Lawinen ist Frühling
Nach einem schneereichen Winter hat die Schynige Platte-Bahn in Wilderswil BE ihren Betrieb wieder aufgenommen und trägt ihre Passagiere mitten hinein in den Bergfrühling. Im Alpengarten direkt neben der Bergstation blühen die ersten von rund 700 Pflanzenarten aus den Schweizer Bergen.

Unterwegs fährt der Zug an schmelzenden Lawinenresten vorbei, aber Geröll und Schnee sind schon fast verschwunden zwischen saftigem jungem Gras und Blumen.

Im Alpengarten treffen die ersten Anemonen und Trollblumen auf die letzten Krokusse. Wo eben noch alles unter einer dicken Schneedecke lag, blühen schon dutzende Arten.

Besonders die Primeln und ihre zierlichen Verwandten, die Mannsschilde und Alpenglöckchen, haben den Garten gegenwärtig mit Beschlag belegt: In der steinigen Blaugrashalde öffnen sich die Knospen des bewimperten Mannsschilds, an Felsen und Trockenmauern leuchtet die goldgelbe Aurikel, im Urgesteinsfeld blühen das Fleischrote und das strahlend weisse Sumpfblättrige Mannsschild neben Ganzblättrigen, Inntaler, Zwerg-, Felsen- und Goldprimeln. Und alle Wiesen sind überzogen mit einem Blütenteppich aus blassgelben Waldschlüsselblumen und den gefransten violetten Glöckchen der Soldanellen.

Kurzer Bergsommer

Diese Blütenpracht ist erst der Anfang. In den nächsten Wochen werden auch die restlichen der fast 700 Arten des Alpengartens den kurzen Bergsommer für ihre Fortpflanzung nutzen und mit feinen Düften, süssem Nektar und bunten Farben um die Aufmerksamkeit von Bienen und anderen Bestäubern werben. Damit dieses Schauspiel besser zugänglich wird, entsteht derzeit ein neuer, stufenloser Weg zum grossen Bankplatz mitten im Alpengarten.

Das Gartenteam, das den Botanischen Garten auf 2000 Metern über Meer pflegt, bietet jeden Sommer Führungen und Kindernachmittage an – öffentliche Führungen mit freiwilliger Kollekte regelmässig jeden Sonntag.

Am 17. und 24. Juni, jeweils 13.45-14.45, finden zwei öffentliche Führungen im Rahmen der «Botanica» statt. Der Monat der Botanischen Gärten in der Schweiz ist dieses Jahr den besonders seltenen oder gefährdeten Pflanzen gewidmet. Dazu gehört etwa das Alpen-Steinkraut, das gegenwärtig im Alpengarten blüht; in der Natur kommt das Pflänzchen nur an ganz wenigen Stellen in der Walliser Felsensteppe vor. 

 

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