8.07.2015 15:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Heftige Gewitter in Deutschland
Zerstörte Häuser, faustgrosse Hagelkörner und vollgelaufene Keller: In vielen Regionen Deutschlands haben am Dienstagabend Unwetter gewütet. In Framersheim (Rheinland-Pfalz) hinterliess ein Gewittersturm einen Millionenschaden.

Bis zu 100 Häuser wurden womöglich von einem Tornado beschädigt. «Es sah aus wie nach einem Bombenangriff», schilderte eine Anwohnerin am Mittwoch. Verletzt wurde niemand. «Da hat Glück mitgespielt», sagte Ortsbürgermeister Ulrich Armbrüster. Allerdings verletzten sich einige Menschen bei ersten Aufräumarbeiten leicht.

War es ein Tornado?

Ob ein Tornado oder eine extreme Fallböe in dem 1600-Einwohner-Ort gewütet hat, stand am Tag danach nicht fest. «Es kann beides gewesen sein», sagte Andreas Friedrich, der Tornadoexperte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), am Mittwoch. Vorerst werde der Sturm in Framersheim als Verdachtsfall geführt, wie drei andere am Dienstagabend in Sachsen-Anhalt.

Im niedersächsischen Ferienort Bad Sachsa wirbelte ein Sturm auf einer 500 Meter breiten Schneise. «Das war unglaublich, welche Kräfte da gewirkt haben», sagte ein Augenzeuge, der auf einem Spaziergang von der Unwetterfront überrascht wurde. Neben ihm stürzten Bäume um, Dachteile wirbelten durch die Luft. Menschen wurden nicht verletzt.

Stromausfälle

In dem ostdeutschen Bundesland richtete die Unwetter ebenfalls schwere Schäden an. Drei Hochspannungsmasten brachte der Sturm im Seegebiet Mansfelder Land zu Fall - 1800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Unzählige Bäume wurden entwurzelt. Dächer wurden teilweise oder komplett abgedeckt.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hatten schwere Gewitter in Deutschland die Hitze abrupt beendet. In vielen Teilen Bayerns fiel in der Nacht zum Mittwoch ebenfalls zeitweise der Strom aus - mindestens 60'000 Haushalte waren betroffen. Stromausfälle meldete die Polizei auch aus anderen Bundesländern.

Toter in Polen

Auch in Tschechien und in Polen wüteten Unwetter. Ein Mann kam im Südwesten Polens ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte, teilte der Rettungsdienst am Mittwoch mit. Die Feuerwehr musste in der Region fast 500 Mal ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen und vollgelaufene Keller auszupumpen.

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