1.11.2018 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Hartnäckige Stierkälber-Serie
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Jeden Mittwochvormittag haben wir Bausitzung - seit Juli schon das 17. Mal in Folge. Und es herrschte bei jeder Sitzung trockenes und meist schönes Wetter. Eine unglaubliche Wetterserie, die nun eingebremst wurde. Doch alles der Reihe nach.

Bagger bei der Hütte

Genau 17 Wochen hat es gedauert, bis der Bagger bei der Hütte angekommen ist. Wir freuen uns sehr über dieses Ereignis, noch vor wenigen Monaten hätten wir uns dies nie vorstellen können. Alles ist bisher nach Plan gelaufen und es gab keine bösen Überraschungen. Nun werden die letzten Sickerleitungen verlegt. Wenn Petrus uns weiterhin zur Seite steht, wird der Rohbau rund um die Hütte abgeschlossen.

Fahrt um Hütte


Bisher hatten wir immer wenig Platz um die Hütte. Den Milchtank zu wenden, wurde zur Herausforderung für mich. Denn die Kühe trampelten mehr oder weniger über die Terrasse. Dies wird sich nun ändern. Es soll gar die Fahrt um die Hütte möglich sein, also wie ein kleiner Kreisel. Dies ergibt eine enorme Erleichterung bei der Bewirtschaftung.

Wieder drei Stierkälber in Serie

Ähnlich wie die Schönwetterperiode hält sich auch die Geburt von Stierkälbern hartnäckig. Bisher haben 17 Kühe abgekalbt. Es wurden elf Stierkälber und sechs Kuhkälber geboren, zwei davon sind die Zwillinge Mirta und Marta. Und wie es so ist: Gerne hätten wir von den Kühen, die am wertvollsten sind, Kuhkälber. Damit die Blutlinie weiterbesteht, wenn die Kühe in der zweiten Laktation verkauft werden. Doch genau diese Tiere brachten alle ausnahmslos Stierkälber auf die Welt.

Kleiner Zuschauer mit grossen Augen

Bei einer der letzten Geburten war gar unser zweijähriger Nachbar mit seiner Familie mit dabei. Er bekommt bald ein Geschwister. Und so war es für ihn doppelt interessant. Gleichzeitig aber auch befremdend. Am Anfang hatte er fast etwas Angst, als er sah, dass die Kuh plötzlich zwei Beine beim Po hat.

Für mich sind solche Momente sehr wichtig, schlussendlich ist auch der Kleine ein Konsument unserer Produkte. Es ist wichtig für uns, dass er auch deren Herkunft kennt. Die Freude am Kälbli war riesig, wohl hat er unsere Enttäuschung betreffend des «unerwünschten» Geschlechts nicht erkannt.

Gesund und munter

Nun ist es halt so. Sich darüber zu nerven bringt wenig. Schlussendlich sind wir dankbar, dass alle Kälber gesund und munter sind und wir bisher sieben von acht der Stierkälber innerhalb der minimalen drei Wochen auf 75 Kilogramm brachten. Und wer weiss, vielleicht wendet sich nun diese Tendenz zusammen mit dem Wetter. Immerhin kalben bis zur Weihnacht noch rund 20 Tieren ab.

Erster Schnee in Fahrni


In diesem Jahr waren wir klüger als vor einem Jahr. Oder vielleicht auch ängstlicher. Am Samstag haben wir die Rinder mit dem Transporter in Stallnähe gezügelt, so dass wir sie hätten einstallen können, wenn es denn geschneit hätte. Zwar sahen wir den Schnee auf der gegenüberliegenden Talseite am Homberg, bei uns blieben die Wiesen aber trotz grossen Schneeflocken grün. Und so bewährte sich unsere Helikopteraktion nicht.

Unser Betrieb

Auf unserem Hof leben im Sommer zirka 25 Kühe (im Winter zirka 40 Kühe), 30 Rinder und 15 Kälber. Der Talbetrieb liegt im Bach, Gemeinde Fahrni. Hier produzieren wir auch das Futter für den Winter. Den Sommer, rund 100 Tage, verbringen wir auf der Alp Fiedersegg im Eriz. Die Tiere grasen nachts auf der Weide. Tagsüber sind sie im Stall, wo sie sich ausruhen können und vor Insekten und der Hitze geschützt sind.

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