13.03.2014 13:16
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gletscher
Gletscher schrumpften weniger
Die Schweizer Gletscher profitierten von den grossen Schneemengen im vergangenen Winter. Sie schrumpften weniger stark als in den zehn Jahren davor, wie eine Auswertung einer Expertenkommission der Akademie für Naturwissenschaften (SCNAT) aufzeigt.

Doch wegen des zu warmen Sommers nahmen sie nicht an Masse zu. Der Permafrost allerdings, das ist der dauerhaft gefrorene Boden in den Bergen, taute wegen der frühen, wärmenden Schneedecke sogar noch stärker auf als in der Dekade zuvor, wie die Akademie am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb.

Viel Schnee in Westalpen

Vor allem in den westlichen Alpen war der Winter 2012/13 sehr schneereich. Bereits im Oktober 2012 brachten zwei Wintereinbrüche Schneefälle bis in tiefe Lagen. Die Temperaturen waren von Dezember bis März unter dem Durchschnitt und bescherten dem Mittelland doppelt so hohe Neuschneemengen wie normal.

Mitte April 2013 lag im Norden und Westen auf etwa 2000 Metern über Meer mit zwei bis drei Metern deutlich mehr Schnee als im langjährigen Mittel. Ein ungewöhnlich kalter Mai und wiederkehrende Schneefälle bis Ende Juni verzögerten das Abschmelzen der Schneedecke sehr stark.

Günstig für Massenhaushalt

Die Sommermonate waren dann erneut zu warm - es war der siebtwärmste Sommer seit Messbeginn - und zu trocken. Deshalb gab es trotzdem wie schon in den Jahren zuvor eine überdurchschnittliche Gletscherschmelze.

Der viele Schnee wirkte sich positiv auf den Massenhaushalt der Gletscher aus: Sie verloren durchwegs weniger Masse als in den zehn Jahren zuvor. Doch da Längenverluste oder -wachstum zeitlich verzögert eintreten, schrumpften die meisten Gletscher trotzdem. Von 83 ausgewerteten Gletschern verloren 66 an Länge, 6 blieben gleich lang und 11 wuchsen ein wenig. Der Gamchigletscher (BE) sowie der Vadret da Tschierva (GR) zogen sich jeweils knapp 100 Meter zurück.

Permafrost: Tauen deutlich grösser

Schlecht bestellt war es letzten Winter aber um den Permafrost. Der frühe und massive Schneefall im Hochgebirge hielt die hohen Herbsttemperaturen im Boden gefangen, und der Untergrund konnte wie schon in den Wintern zuvor nur wenig abkühlen. Deshalb kam es wie schon in den letzten vier Jahren zu grossen maximale Auftautiefen.

An vielen Standorten was das Tauen letztes Jahr sogar deutlich grösser als in den zehn vorherigen Jahren. Am Schilthorn erreichte das Auftauen 2013 einen Rekordwert, der sogar den Jahrhundertsommer von 2003 übertraf. Wenn der Permafrost schmilzt, können Berghänge destabilisiert werden und ins Rutschen kommen.

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