21.05.2015 11:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Biodiversität
Gemeinden: 18 Stellenprozente für Naturschutz
Schweizer Gemeinden setzen durchschnittlich nur knapp einen Tag pro Woche für den Naturschutz ein. Wie eine Studie von SVS/BirdLife Schweiz zeigt, gibt fast die Hälfte der befragten Gemeinden jährlich zudem weniger als 10'000 Franken für die Natur aus.

Der SVS/BirdLife Schweiz wollte wissen, was die Schweizer Gemeinden konkret für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität tun. Er liess deshalb in der zweiten Hälfte 2014 eine webgestützte Befragung der Gemeinden durchführen. 630 Gemeinden nahmen an der Umfrage teil. Gemäss Mitteilung vom Donnerstag repräsentieren diese 27 Prozent die Gesamtheit aller Schweizer Gemeinden gut.

Einen Tag pro Woche

Die Befragten gaben an, dass sie zwischen 0 und 400 Stellenprozente für den Naturschutz einsetzen. Dabei hat jede sechste Gemeinde gar keine Personalressourcen. Der Mittelwert beträgt 18 Stellenprozente für den Naturschutz und die Biodiversität. Wenn sich im Durchschnitt nur gerade an einem Tag pro Woche eine Person um den Naturschutz kümmern kann, sei das nicht viel, wird Werner Müller, Geschäftsführer des SVS/BirdLife Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

45 Prozent der Gemeinden geben jährlich weniger als 10'000 Franken für den Naturschutz aus. Bei 3 Prozent sind es mehr als 250'000 Franken. Gefragt wurden die Gemeinden auch nach dem Zustand der Biodiversität auf ihrem Gebiet. 11 Prozent sind der Meinung, der Zustand der Biodiversität sei «eher oder sehr schlecht». Die meisten Gemeinden sind hingegen der Ansicht, dass es der Biodiversität «eher gut geht». Diese Einschätzung entspreche gar nicht den Fakten, wie SVS/BirdLife schreibt.

Gemeinden wünschen sich mehr Unterstützung

Als Instrumente für den Naturschutz und die Biodiversität wurden von den Gemeinden am häufigsten spezifische Gemeindeinventare, gefolgt von Vernetzungsprojekten in der Landwirtschaft und Information und Beratung der Bevölkerung genannt.

Drei Fünftel der Gemeinden sind zudem beim Anlegen und Aufwerten von Biodiversitätsförderflächen in der Landwirtschaft sehr oder eher aktiv. Dann folgen die Aufwertung bestehender Schutzgebiete und die Förderung prioritärer Arten. Gemäss Mitteilung wünschen sich aber viele Gemeinden mehr Unterstützung und klarere Vorgabe von Seiten des Bundes oder der Kantone.

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