18.12.2014 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Ftan erhält älteste alpine Mühle
Der Schweizer Heimatschutz trennt sich nach 42 Jahren von der historischen Mühle in Ftan im Unterengadin und gibt sie an die Region zurück. Für einen symbolischen Franken geht die mehrere hundert Jahre alte Mühle an eine neu gegründete regionale Stiftung.

Der breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden war die denkmalgeschützte Mühle 1971, wie der Heimatschutz am Mittwoch mitteilte.

Verwaltung durch Einheimische

Damals hatte der Heimatschutz in der Sendung «Grüezi mitenand» des Schweizer Fernsehens Geld für den Kauf gesammelt und die Mühle im folgenden Jahr erworben. Ziel war es, das Baudenkmal zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Lauf der Jahre habe sich jedoch gezeigt, dass die Verwaltung der Muglin da Ftan zukünftig sinnvollerweise vor Ort und durch Ortsansässige erfolgen solle, so der Heimatschutz.

Die eigens gegründete Stiftung Fundaziun Muglin da Ftan verpflichtete sich nun, die Mühle sorgfältig zu erhalten, mit den ursprünglichen Betriebsanlagen angemessen zu führen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Geldgeber der neuen Stiftung sind die Gemeinde Ftan, Ftan Tourismus, die Società Muglin da Ftan und Cilgia Florineth, Nachfahrin der ursprünglichen Müllerfamilie.

400-jähriges Mahlwerk

Die Mühle Ftan ist laut dem Heimatschutz die älteste noch funktionierende alpine Mühle der Schweiz. Im Gebäude darin drehen sich von aussen unsichtbar zwei Wasserräder. Das eine Wasserrad liefert noch immer die Energie für ein über 400 Jahre altes Mahlwerk, an dem noch viele Originalteile aus Holz vorhanden und funktionstüchtig sind.

Seit 1998 wird die Mühle nur noch touristisch genutzt. In den 1990er-Jahren karrten Bauern alljährlich noch drei bis fünf Tonnen Getreide in die Mühle, in den 1970er-Jahren gar acht Tonnen.

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