13.10.2018 10:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schwarzwald
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Fors vo de Lueg soll auf Betrieb
Zwei Monate nach seinem Rücktritt vom Schwingsport gab Schwingerkönig Matthias Sempach bekannt, dass er auf den 1. Januar 2019 den Hof, auf dem seine Lebenspartnerin Heidi Jenny aufgewachsen ist, übernehmen wird.

«Schweizer Bauer»: Die Bekanntgabe Ihrer neuen berufliche Herausforderung in Entlebuch LU kam ziemlich überraschend. Wann hat sich diese Situation abgezeichnet?
Matthias Sempach: Nach meinem unerwarteten Rücktritt vom Schwingsport wegen anhaltender Bandscheibenprobleme wurde das Thema plötzlich aktuell. Ich habe jetzt Zeit, mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Ausserdem sind unsere Kinder Henry und Paula noch nicht schulpflichtig. Zudem weilen sie fast wöchentlich einmal bei den Grosseltern in Entlebuch LU. Es gefällt ihnen dort sehr gut.

Wann soll der Umzug stattfinden?
Wir zügeln auf Ende dieses Jahres. 

Wie steht es mit Ihrem 40%-Arbeitspensum als Verkaufsberater bei Melior, Herzogenbuchsee? 

Den Futtermittelhersteller werde ich auf Ende Januar 2019 verlassen. Während viereinhalb Jahren war ich für Melior als Verkaufsberater tätig, und es hat mir ausgezeichnet gefallen. Meine Kunden sollen an eine gute Nachfolge übergeben werden.

Ihre Freude über den neuen Lebensabschnitt ist spürbar. 
Für mich geht ein Bubentraum in Erfüllung. Die ganze Familie freut sich. Bereits meine Eltern bewirtschafteten, bis ich sechsjährig war, einen Landwirtschaftsbetrieb in Utzigen BE. Leider mussten sie den Pachtbetrieb wegen Eigenbedarf des Besitzers verlassen. Die Versteigerung damals hat mich ziemlich geprägt. 

Wie sieht der Betrieb in Entlebuch aus?
Er liegt auf knapp 1000 m ü. M. und ist sehr schön gelegen. Zum Betrieb gehören 16 ha LN inklusive Wald. Momentan werden 16 Brown-Swiss-Kühe und knapp 100 Mastschweine gehalten. Das Ziel ist, dass ich den Betrieb vorerst so weiterführe. Aber zuerst muss ich mich in die Arbeiten auf dem Betrieb einleben. 

Ihre Ausbildung zum Landwirt liegt bereits einige Jahre zurück. Ist das kein Problem?
Durch meine Ausbildungen zum Landwirt und zum Metzger mit Weiterbildung zum Landwirtschaftlichen Betriebsleiter ist sicher ein gutes Fundament gelegt. Ausserdem habe ich mich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Landwirtschaft auseinandergesetzt. Ich fühle mich auf einem guten Wissensstand. Glücklicherweise werden mir auch noch die Eltern von Heidi unterstützend zur Seite stehen.  

Was passiert mit Fors vo dr Lueg, dem Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes  2013 in Burgdorf, der derzeit in Ranflüh eingestallt ist?
Es ist ein Wunsch von mir, ihn mit nach Entlebuch zu nehmen. Im Januar wird er achtjährig, ist aber noch gut in Form. Ich bin zudem im Besitz von zwei Holstein-Tieren. Es würde mich reizen, mit ihnen zu züchten. Mir ist aber bewusst, dass die Genetik dem Betrieb angepasst werden sollte. 

Werden Sie aus dem Erlös der 16 ha LN leben können?
Ich glaube daran. Wichtig ist, dass man die Wertschöpfung auf dem Betrieb auch hoch hält. So bin ich überzeugt, dass eine Existenz möglich ist.

 

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