1.04.2014 12:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Weltall
Feuerball war Riesen-Sternschnuppe
Am Montagabend hat ein glühendes Objekt über Mitteleuropa die Himmelsgucker erschreckt. Es handelte sich um eine sogenannte Feuerkugel, wie am Dienstag auf dem Astronomieportal astronomie.info zu erfahren war. Das ist ein ungewöhnlich grosser Meteor - also quasi eine Riesen-Sternschnuppe.

Zahlreiche besorgte Menschen hatten sich in der Nacht auf Dienstag bei der Polizei im süddeutschen Freiburg im Breisgau gemeldet. Auch auf einschlägigen Internet-Foren gingen zahlreiche Meldungen ein, dass sich um etwa 22.33 Uhr ein sehr helles, nicht allzu schnelles Objekt aus westlicher nach östlicher Richtung bewegt hatte.

Bläulich-grüner Kopf und oranger Schweif

Es sei als fast vollmondhell mit bläulich-grünem Kopf und orangem Schweif beschrieben worden, schrieb das Portal. Die Farben entstehen durch die vom Brocken verdrängten Luftmoleküle: Sauerstoff leuchtet grün, Stickstoff rot. Eine Rauchspur habe es keine gegeben. In 15 Sekunden flog der Meteor über den gesamten Himmel, ohne dass er zerbrach.

Zu sehen war die Feuerkugel laut der Freiburger Polizei im ganzen süddeutschen Raum, in Österreich, Frankreich und der Schweiz. Sie dürfte über 100 Gramm schwer gewesen sein, erklärte Daniel Karbacher von der Urania Sternwarte in Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Ein Bolide dieser Grössenordnung könne schon ein richtiges Donnern - einen Überschallknall - verursachen.

Feuerkugeln oder Boliden sind besonders grosse Meteore, von denen kleinere Exemplare als Sternschnuppen bekannt sind. Bolide werden sie genannt, wenn sie explodieren. Es sind Gesteinsklumpen, die zuvor um die Sonne kreisten, dann in die Erdatmosphäre eintreten und zwischen 300 und 100 Kilometern Höhe zu leuchten beginnen.

Keine Raketenstufe oder Satellit

Ein typischer Meteor sei üblicherweise in weniger als einer Sekunde verglüht, hiess es weiter. Feuerkugeln können länger überleben, wenn sie die Erdatmosphäre nur streifen. Die Brocken sind meist sehr klein: Schon Krümel ab zehn Millimetern Grösse werden als Feuerkugeln bezeichnet. Erst wenn Meteore auf die Erde fallen, spricht man von einem Meteoriten.

Gemäss Arnold Barmettler vom Verein Astroinfo, der das Portal astronomie.info betreibt, kann indes definitiv ausgeschlossen werden, dass es sich beim Phänomen vom Montag um den Wiedereintritt einer Raketenstufe oder Satelliten handelt. Dazu sei das Objekt zu schnell gewesen und es sei auch kein Wiedereintritt prognostiziert worden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE