27.03.2014 06:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Weltall
Fernsten Zwergplaneten entdeckt
Astronomen haben das bislang fernste Mitglied unseres Planetensystems aufgespürt: Der Zwergplanet mit der vorläufigen Bezeichnung 2012 VP113 kommt der Sonne nie näher als rund zwölf Milliarden Kilometer. Es könne noch Hunderte solche Himmelskörper geben.

Von der Sonne ist 2012 VP113 mindestens 80 Mal so weit entfernt wie die Erde. Der Kleinplanet zieht noch 600 Millionen Kilometer weiter aussen seine Bahn als der zuvor fernste Zwergplanet Sedna, berichten Chadwick Trujillo vom Gemini-Observatorium auf Hawaii und Scott Sheppard von der Carnegie Institution in Washington im britischen Fachjournal «Nature».

Der Fund legt demnach die Existenz eines weiteren grossen Planeten in den fernen Aussenbezirken unseres Systems nahe. Denn er zeige, dass Sedna kein Einzelgänger sei, betonen die Autoren. Sie haben hochgerechnet, dass es in dieser Region, der sogenannten inneren Oort'schen Wolke, sogar rund 900 Himmelskörper mit Durchmessern von mehr als 1000 Kilometern geben könnte.

Grösser als Erde oder Mars

«Einige dieser Objekte der inneren Oort'schen Wolke könnten in der Grösse sogar mit Mars oder Erde konkurrieren», glaubt Sheppard. «Die Suche nach diesen entfernten Objekten der inneren Oort'schen Wolke sollte fortgeführt werden, weil sie uns viel darüber verraten können, wie unser Sonnensystem sich gebildet und entwickelt hat», erläutert der Forscher in einer Mitteilung der Carnegie Institution.

Das Sonnensystem lässt sich einteilen in die inneren Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars, die äusseren Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sowie den Kuiper-Gürtel aus Tausenden eisigen Objekten, zu denen auch der degradierte Zwergplanet Pluto zählt. Der Kuiper-Gürtel reicht etwa bis zur 50-fachen Entfernung der Erde zur Sonne. Weit aussen vermuten Astronomen die Oort'sche Wolke, Heimat zahlreicher Kometen.

Ringsystem mit Kleinplanet

Ebenfalls in «Nature» berichten Astronomen, erstmals ein Ringsystem bei einem Kleinplaneten entdeckt zu haben. Der nur 250 Kilometer kleine Asteroid Chariklo besitzt demnach zwei ausgeprägte Ringe, wie das Forscherteam um Felipe Braga-Ribas vom brasilianischen Nationalobservatorium in Rio de Janeiro schreibt.

Bisher waren Ringe in unserem Sonnensystem nur von den vier grossen Gasplaneten Jupiter, Uranus, Neptun und vor allem dem majestätischen Saturn bekannt, die jeweils mindestens 48'000 Kilometer Durchmesser haben. Chariklo zieht zwischen Saturn und Uranus seine Bahn und gehört zu den sogenannten Zentauren, einer Gruppe von Kleinplaneten auf instabilen Umlaufbahnen.

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