11.10.2017 15:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Uri
Felssturz: Hoffnung schwindet
Nach dem Felssturz im Gebiet Ruosalp in der Urner Gemeinde Unterschächen ist der Hang zu gefährlich für Bergungsarbeiten. Die Suche nach zwei Verschütteten bleibt daher unterbrochen. Arbeiter säubern nun den Fels. Das könnte rund eine Woche dauern.

Der Kanton Uri sei stark gefordert und alle Beteiligten sehr betroffen vom Unglück, das sich am Dienstag auf einem Felsenweg zwischen Alplen und der Ruosalp zugetragen hatte, sagte Reto Pfister, Kommandant der Kantonspolizei Uri an einer Medienkonferenz am Mittwoch in Erstfeld UR. Felsmaterial war auf drei Arbeiter gestürzt, einer konnte sich retten, zwei werden vermisst.

1500 bis 2000 Kubikmeter

Der Weg zwischen der Ruosalp und Alplen, der in einer Felswand verläuft, ist derzeit nicht passierbar. Oberhalb ist die helle Abbruchstelle zu sehen, auf und unterhalb der Strasse liegt die Gerölllawine, 1500 bis 2000 Kubikmeter sind es. Am Himmel kreist ein Helikopter.

In der Steilwand sind Arbeiter mit einer Felssäuberung beschäftigt, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Die Stelle habe sich als sehr problematisch erwiesen, sagte Einsatzleiter Ruedi Huber. «Es gibt viel mehr loses Material, als man es vom Helikopter aus gesehen hat.» Sechs Personen, angeseilt und mit Pickeln ausgerüstet, fördern gefährliche Felsbrocken in die Tiefe.

Hoffnung auf Rettung schwindet

Rettungskräfte konnten daher am Mittwoch nicht auf das Abbruchgelände. «Mit jeder Minute die vergeht, schwindet die Hoffnung auf eine Rettung», sagte Polizeikommandant Pfister. Bei den Vermissten handelt es sich um zwei Einheimische im Alter von 26 und 62 Jahren. Die Angehörigen werden von der Kantonspolizei Uri betreut. Die Arbeiter hatten am Ausbau des Alpwegs gearbeitet, als sich der Felsabbruch ereignete. Dabei seien Spreng- und Bohrarbeiten ausgeführt worden. Ob diese zum Felssturz geführt hätten, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Der dritte Arbeiter wurde von den Felsmassen an Schulter und Kopf getroffen. Er wurde von einem Helikopter ins Kantonsspital Uri geflogen. Es sei nicht klar, wo genau sich die Verschütteten befinden, sagte Einsatzleiter Huber. Sie würden gemäss Angaben ihres geretteten Kollegen unter den Felsmassen auf dem Weg vermutet. Die Suche nach ihnen kann voraussichtlich erst in rund einer Woche fortgesetzt werden, wenn das lose Felsmaterial beseitigt wurde.

In den Felsen gehauen

In jüngster Zeit habe es im Gebiet keine Felsstürze gegeben, sagte Geologe Daniel Bieri. Beim betroffenen Weg handelt es sich um einen Gebirgsweg im Besitz der Korporation Uri, der aus dem Felsen gehauen wurde. «Da muss man apriori davon ausgehen, dass es eine Felssturzgefahr gibt», sagte Bieri.£

Die Felsmasse brach aus einer sehr steilen Wand, auf 60 Metern Höhe und bis zu 30 Metern Breite. Das Kalkgestein stürzte 80 bis 90 Meter in die Tiefe.
Die Ruosalp liegt zuhinterst im Bisistal auf fast 1500 Metern über Meer unweit des Klausenpasses. Sie ist mit Fahrzeugen nur von der Schwyzer Seite erreichbar.

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