25.04.2016 17:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Wetter
Es droht verbreitet Bodenfrost
Derzeit erinnert das Wetter eher an den Winter als an den Frühling. In den kommenden Tagen wird es verbreitet Bodenfrost geben. Gefährdet sind vor allem Obst und Rüben. Auch kommende Woche dürfte es kühl bleiben.

Während des vergangenen Winters schneite es selten bis in tiefe Lagen. Nun scheint Frau Holle dieses Manko ausgleichen zu wollen. So schneite es bereits Sonntag verbreitet bis in die Niederungen. Die Temperaturen liegen derzeit deshalb auch unter dem klimatologischen Mittel.

Dass es Ende April bis in tiefe Lagen schneit, ist eher selten. Das durchschnittliche Datum des letzten Schneefalls ist beispielsweise in Zürich am 6. April, in Bern am 23. März und in Neuchâtel gar am 10. März.

In der Nacht auf Mittwoch kommt Schnee

Und für die kommenden Tage prognostiziert Anne-Sophie Scheidegger, Meteorologin von Meteotest, weiteren Schneefall. „Am Dienstag fällt am Vormittag vom Jura bis nach Schaffhausen Niederschlag. Die Schneefallgrenze steigt vorübergehend auf 1000 Meter. Sonst bleibt es trocken. Doch mit dem Durchzug einer Kaltfront in der Nacht auf Mittwoch fällt wieder Schnee bis in tiefe Lagen“, hält Scheidegger gegenüber schweizerbauer.ch fest.

Anschliessend dürfte sich das Wetter allmählich beruhigen. Schnee fällt vor allem noch an den Alpen und im Osten. Am Donnerstag und Freitag dürfte es auf der Alpennordseite trocken bleiben.

Verbreitet Bodenfrost am Donnerstagmorgen

Mit dem Abklingen des Schneefalls klart es zunehmend auf. Das erhöht die Gefahr von Bodenfrost. Dieser kann in der Nacht auf Donnerstag, Freitag und Samstag auftreten. „Am kältesten wird es in der Nacht auf Donnerstag. Es kühlt stark ab und es ist verbreitet mit Bodenfrost zu rechnen“, warnt die Prognostikerin.  Selbst die Temperatur auf 2 Meter Höhe fällt im Mittelland stellenweise unter den Gefrierpunkt. Dies ist nebst dem Aufklaren auch auf die tiefen Tagestemperaturen von Mittwoch zurückzuführen.

Da die Temperatur am Donnerstag tagsüber wieder stärker ansteigen wird, dürften diese am Freitagmorgen nicht mehr so tief sinken. „Bodenfrost ist immer noch möglich, jedoch nicht mehr so verbreitet und eher in erhöhten Lagen“, erklärt Anne-Sophie Scheidegger.

Es bleibt kühl

Die Prognosen für die kommende Woche sind noch mit Unsicherheiten behaftet. Doch die Temperaturen dürften weiterhin unter den sonst üblichen Werten zu liegen kommen.

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„Für nächste Woche sind die Trends noch sehr unterschiedlich. In einigen Szenarien sinkt die Schneefallgrenze aber auch kommende Woche zeitweise nochmals auf 600-800 Meter“, erklärt Anne-Sophie Scheidegger gegenüber schweizerbauer.ch.

Zuckerrüben und Obst gefährdet

Der Frost dürfte für den Obstbau und die Zuckerrüben Folgen haben. Für Rüben sind nicht in erster Linie die Minustemperaturen gefährlich, sondern vor allem der rasche Temperaturwechsel. Beim Obst wird der Frost in extremen Lagen wie in Mulden Folgen haben. Apfel- und Birnenblüten überstehen –3°C. Heikel sind besonders Aprikosen, bei denen bereits leichter Frost zu Schäden führt. Frühkartoffeln erhalten bei leichtem Frost Schutz durch die Abdeckung, bei den Speise- oder Industriesorten können die sichtbaren Blättchen Schaden nehmen. Dies dürfte aber keine Auswirkungen auf die Erträge haben. sum/blu

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