20.01.2018 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Oliver Metzler
Schwingen
Ein neuer Prinz im Sägemehl
Der Bauernsohn Jeremy Tschanz wurde als bester Jungschwinger 2017 des Kantons Bern ausgezeichnet. Als Achtjähriger nahm er erstmals an einem Schwingfest teil.

Sein Name ist Tschanz. Jeremy Tschanz. Er steht im Geheimdienst des Schwingklubs Tavannes und ist der aktuelle Schwingerprinz des Kantons Bern. Seine Waffen sind der Gammen, der Fuessstich oder der Wyberhaken, und seit 4 Jahren lehrt er seine Gegner das Fürchten.

Viele Siegerprämien

Allein letztes Jahr hat Jeremy an 23 Schwingfesten 21 Zweige gesammelt. Am vorletzten Sonntag stand  ein weiterer Höhepunkt der Karriere des jungen Bauernsohns an. An der Delegiertenversammlung des Bernisch-Kantonalen Schwingerverbandes in Oberthal konnte er die Auszeichnung als bester kantonaler Jungschwinger 2017 entgegennehmen. Und dies 4 Tage vor seinem 12. Geburtstag.

Einer Girlande ähnlich reihen sich die Zweige von Jeremy an einer Küchenwand im Haus der Familie Erb-Tschanz. Auch Glocken, Trophäen und andere Siegerprämien zeugen von den beeindruckenden Leistungen des 12-Jährigen. Jeremys Vater, Donald Erb, betreibt in Tavannes einen Hof mit 40 Milchkühen und arbeitet als Lohnunternehmer. «Für mich ist der Erfolg meines Sohnes eine grosse Freude», beschreibt Erb seine Gefühle.

Trotzt dem Schnee

Jeremy hilft gerne auf dem Hof aus und erledigt kleinere Arbeiten. Als besonders talentiert erweist er sich im Umgang mit Holz. Sein Steckenpferd hat Jeremy jedoch im Schwingen gefunden. «Ich habe bisher schon 52 Auszeichnungen gewonnen», erklärt Jeremy stolz und öffnet den dicken Ordner, in dem er seine Wettkämpfe fein  säuberlich dokumentiert.

Der Kampfgeist von Jeremy lässt sich allein an einem Wettkampf Anfang Mai vor 2 Jahren erkennen. Vorgesehen war, dass er und einige seiner Klubkollegen in Adelboden antreten sollten. Aufgrund des Schneefalls zogen sich aber alle zurück. Nur Jeremy wollte trotz des schlechten Wetters an diesem Wettkampf teilnehmen.

Talent und Leidenschaft


Es ist aber nicht nur Jeremys Leidenschaft für diesen Sport, der immer populärer wird. Um sich von der dadurch immer grösser werdenden Konkurrenz abzuheben braucht es auch ein gewisses Talent. Den Siegeswillen hat er von seinem Vater. Das Schwingen hat sich Jeremy jedoch selber ausgesucht. In die Wiege gelegt wurde ihm eigentlich der Motocross-Sport, den sein Vater sehr erfolgreich betrieben hat.

Erb erinnert sich, wie er mit Jeremy ein Schwingfest im Dorf besuchte. Jeremy war damals 6 Jahre alt und habe sofort Feuer gefangen. Und so hat das Sägemehl sehr schnell die öligen Maschinen ersetzt. Mit 8 Jahren begann er im Schwingklub Tavannes zu trainieren und aktiv an Schwingfesten teilzunehmen.

Heute trainiert Jeremy jeden Donnerstag und oft sogar auch noch freitags im Schwingklub des Nachbardorfes. Es zeichnet sich ab, dass der Name Tschanz Jeremy schon bald in den Annalen des Brünigschwinget und anderer nationaler Schwingfeste eingraviert sein wird.

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